Der „Kümmerer“ kommt

Neckarsulm - Zentraler Ansprechpartner im Stadtteil Amorbach soll Wir-Gefühl stärken

Von Heike Kinkopf

Der „Kümmerer“ kommt
In der Außenstelle der Verwaltung in Amorbach stehen grundlegende Änderungen bevor. Unter anderem ist eine räumliche Erweiterung vorgesehen.Foto: Ulrike Kugler

Neckarsulm - Kümmerer hat Neckarsulms Oberbürgermeister Joachim Scholz im Wahlkampf die Person genannt, die Bewohnern des Stadtteils Amorbach als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung stehen soll. In der Sitzung am Donnerstag hat sich der Gemeinderat einstimmig für die Schaffung dieser Stelle ausgesprochen.

Nachdem Horst Strümann (Grüne) den Namen ausgeplaudert hat, ist auch öffentlich, dass Andreas Gastgeb diese Aufgabe wahrnehmen soll. Gastgeb ist und bleibt hauptamtlicher Ortsvorsteher im Stadtteil Obereisesheim. Personalaufstockungen in beiden Verwaltungsstellen sollen ihm den Rücken für die neue Tätigkeit freihalten (siehe Hintergrund).

Selbstbewusstsein

Die Aufgabe ist anspruchsvoll: Von der neuen Stelle verspricht sich der Gemeinderat die Schaffung eines Wir-Gefühls und die Stärkung des Selbstbewusstseins des Stadtteils. Erreicht werden soll dies, indem sich der zentrale Ansprechpartner um alle Belange der Amorbacher kümmert. Dazu gehören unter anderem: Kontaktpflege zu Schulen, Cliquen und Jugendlichen, Unterstützung von Vereinen und ehrenamtlichem Engagement, Zusammenarbeit mit der Ortsverwaltung in Bad Friedrichshall-Plattenwald und Öffentlichkeitsarbeit.

Klar ist: Spätaussiedler, Russlanddeutsche und Familien mit Migrationshintergrund sollen in die Arbeit einbezogen werden. Die sogenannte Amorbacherweiterung, heißt es in der Vorlage, sei unbestritten der Hauptgrund für die Bemühungen, die Gesamtsituation zu verbessern. „Schwierigkeiten werden nicht ausbleiben“, betont Andreas Gastgeb, der im Gemeinderat das Konzept im Detail erläutert.

Wer auf schnelle Erfolge setzt, wird enttäuscht. Ein Plus an Gemeinschaft lässt sich nicht verordnen, es wird sich - so die Hoffnung - allmählich Schritt für Schritt entwickeln. „Es geht nicht in einem Jahr oder in zwei“, sagt Gastgeb.

Zustimmung

Bewohner haben es deutlich gesagt, dass sie als Stadtteil wahrgenommen werden möchten, erinnert Irene Schwab (CDU) an Äußerungen im zurückliegenden Wahlkampf. Amorbach sei ein „liebenswerter Stadtteil, der sicher Probleme hat“, stimmt Horst Strümann dem Konzept zu. Bernd Landes (SPD) ist überzeugt: Mit Geduld und nötigem Geld wird es klappen.“ Amorbach werde durch den zentralen Ansprechpartner aufgewertet, meint Bernhard Kuhn (FWV): „Amorbacher fühlen sich nicht länger als Stiefkind von Neckarsulm.“ Optimismus versprüht Irene Schwab: „Amorbach ist bunt, aber nicht hoffnungslos.“