Beim Spaziergang Witterung aufgenommen

Bernd Bordon will vom Heilbronner Landratsamt ins Bürgermeisterzimmer wechseln

Von unserem Redakteur Alexander Klug

Beim Spaziergang Witterung aufgenommen
Bernd Bordon hat seine Unterlagen im Rathaus abgegeben.Foto: Alexander Klug

Untereisesheim - Vor dem Rampenlicht fürchtet er sich nicht, Verwaltungsvorgänge verwirren ihn nicht, Konflikte schrecken ihn nicht: Bernd Bordon tritt bei der Wahl zum Bürgermeister in Untereisesheim im März an. Derzeit arbeitet er als Sachgebietsleiter im Landratsamt Heilbronn − studiert hat er an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. "Ich hatte schon immer den Plan, Bürgermeister zu werden", sagt Bordon. Zimperlich ist er nicht: "Beobachtet und härter angegangen zu werden, bin ich vom Handball gewohnt", sagt der 30-Jährige. Er hat beim TSV Weinsberg gespielt. Bernd Bordon tritt gegen Karl-Josef Greis aus Oedheim und Amtsinhaber Jens Uwe Bock an.

Anfang November habe er sich dafür entschieden, in Untereisesheim anzutreten. "Ich habe mir lange Gedanken gemacht, Für und Wider abgewogen", erzählt er. Freundin Carolin Reber habe sofort positiv reagiert. "Das ist ein Rund-um-die-Uhr-Job, da war es mir wichtig, dass sie die Entscheidung mitträgt." Den einen oder anderen Spaziergang durch den eventuellen neuen Arbeitsort haben die beiden schon hinter sich. "Dabei habe ich Witterung aufgenommen", sagt er. Den einen oder anderen Untereisesheimer kennt er aus Schulzeiten. "Es gefällt mir, dass sich viele Menschen im Ort engagieren", sagt Bordon.

Distanz Mittlerweile hat er auch Kontakt zur lokalen Politik aufgenommen: Mit Vertretern aus den Gemeinderatsfraktionen habe er gesprochen, berichtet er. "Das gehört dazu, sich dort nach Vorstellungen zu erkundigen und Meinungen einzuholen." Zu den Spannungen zwischen Räten und amtierendem Bürgermeister will er größtmögliche Distanz wahren. "Mich interessiert im Moment der Blick nach vorne, da gehören diese Sachen nicht dazu", stellt er klar. Und: "Ich bin ein unabhängiger Kandidat ohne Parteizugehörigkeit und nicht der Kandidat des Gemeinderats." Außer mit Politikern, Gewerbetreibenden und Vereinsvertretern will er auch mit möglichst vielen Untereisesheimern sprechen. "Es ist wichtig, für die Sorgen der Bürger ein offenes Ohr zu haben", meint der Fleiner. "Zum Beispiel für die Gruppe, die ihren Spielplatz behalten will."

Flugblätter An Einsatz will er es nicht mangeln lassen: "Was das Geld angeht, orientiere ich mich an der Faustregel, einen Euro pro Einwohner zu investieren", rechnet er vor. Davon hat Untereisesheim rund 4000. Er will Flugblätter drucken lassen und eventuell Plakate; außerdem bestückt er eine Internetseite mit Informationen. "In der heißen Phase nehme ich zwei oder drei Wochen Urlaub, um mich auf den Wahlkampf konzentrieren zu können", sagt Bernd Bordon. "Ich nehme die Kandidatur ernst und ziehe sie auch durch. Schließlich bin ich Sportler."

Wir stellen alle Kandidaten zur Bürgermeisterwahl vor.