Alte Brücke in Schutt und Asche

Kochertalradweg nimmt weiter Form an – Neue Brücke im Herbst

Von Wolfgang Müller

Die ehemalige Eisenbahnbrücke über den Kocher gehört der Vergangenheit an. Seit einigen Tagen wird sie abgerissen.Foto: Ralf Seidel  

Bad friedrichshall/oedheim - Die alte Eisenbahnbrücke der ehemaligen Kochertalbahn zwischen Bad Friedrichshall und Oedheim fällt der Abrissbirne zum Opfer. Seit Anfang der Woche reißen die Arbeiter der Stuttgarter Baufirma Wolf & Müller die Stahlbrücke zwischen Hagenbach und Hirschfeldpark ein. Sie weicht einer moderneren Nachfolgerin, über die künftig Fahrradfahrer, Fußgänger und Inliner den Kocher überqueren sollen. „Alles läuft nach Plan“, sagt Bad Friedrichshalls Bürgermeister Peter Dolderer. „Noch in diesem Jahr soll die neue Brücke zur Verfügung stehen.“

Einweihung Offiziell eingeweiht wird die Brücke aber erst im kommenden Frühjahr. Wenn die neue Radsaison beginnt. Dann wird der Kochertalradweg, der zu großen Teilen auf der Trasse der ehemaligen Kochertalbahn verläuft, bis Hardthausen fertig sein, ist Dolderer zuversichtlich. Fahrradfahrer müssen dann nicht mehr wie bisher Teilstücke des Radweges auf der Straße fahren. Die neue Strecke wird damit deutlich sicherer.

Aber nicht nur Radtouristen können dann vom Bahnhof Jagstfeld aus ohne Unterbrechung bis ins hohenlohische Forchtenberg strampeln. „Wir haben ideale Bedingungen auch für Inliner“, betont Friedrichshalls Bürgermeister. Bereits jetzt haben Bad Friedrichshall und Oedheim jeweils von ihrer Seite aus den Radweg bis zur Brücke fertiggestellt. „Der Weg ist komplett asphaltiert“, sagt Dolderer. Auch die Beleuchtung auf dem bewohnten Streckenabschnitt steht. Außerdem hat die Salzstadt für einen eventuellen Ausbau Leitungen bis an die Brücke legen lassen.

Den Abriss der alten Stahlbrücke hatten sich die Gemeinderäte in Bad Friedrichshall und Oedheim nicht leicht gemacht. Aber das Bauwerk war in die Jahre gekommen. Über 100 Jahre hatte es bereits auf dem Buckel. Um als Brücke für den Kocher-Jagsttal-Radweg genutzt werden zu können, hätte sie aufwendig saniert werden müssen. Die Kosten für eine Sanierung wären unter dem Strich teurer geworden als die für einen Abriss und Neubau. Außerdem wäre eine Ausbesserung lediglich für die nächsten 15 Jahre ausreichend gewesen. So schlugen der Landkreis Heilbronn als Bauherr und das Regierungspräsidium Stuttgart einen Neubau vor.

Knapp 1,1 Millionen Euro wird die neue Brücke voraussichtlich kosten. Der Radweg vom Bahnhof Jagstfeld bis Oedheim beläuft sich insgesamt auf knapp zwei Millionen Euro. Die Stadt Bad Friedrichshall übernimmt davon rund 184 000 Euro. Die Gemeinde Oedheim bezahlt rund 213 000 Euro. Der Landkreis Heilbronn, der Bauherr ist, beteiligt sich mit etwa 397 000 Euro. Den Löwenanteil schultert das Land Baden-Württemberg mit Zuschüssen in Höhe von über 1,1 Millionen Euro.

Stahlpreise Hinnehmen müssen alle Beteiligten eine Preissteigerung von rund 280 000 Euro. Die Brücke war ursprünglich auf etwa 800 000 Euro veranschlagt. Verantwortlich hierfür sind in erster Linie die gestiegenen Preise für Stahl. Der Landkreis Heilbronn übernimmt etwa 49 000 Euro der Mehrkosten. Bad Friedrichshall und Oedheim steuern je 24 500 Euro bei.