"Kunstbewegt": Der Weg zur Kunst

Bildhauersymposium mit offenem Atelier in der Alten Post noch bis Sonntag geöffnetDie

29.09.2005

"Kunstbewegt in Neckarsulm: Im Atelier (v.l.) sind Bürgermeister Klaus Grabbe, Hans Michael Franke, Kunsthistoriker Dieter Brunner und "Voré".

 Stadt Neckarsulm lädt in der Reihe "Kunstbewegt" wieder zu Begegnungen mit Künstlern und ihren Werken ein. Bereits zum vierten Mal arbeiten renommierte Künstler beim Bildhauersymposium im offenen Atelier und lassen sich dabei über die Schulter schauen. In diesem Jahr sind erstmals Steinbildhauer zu Gast in der Großen Kreisstadt: Hans Michael Franke und "Voré" haben ihr Atelier bis Sonntag, 2. Oktober, in der Alten Post am Bahnhof bezogen. Die Atelierarbeit wird von einer Ausstellung im ehemaligen Postgebäude begleitet.

Weitere Arbeiten der weit über Deutschland hinaus anerkannten Bildhauer sind in der Galerie "artconcept pickroth" im Erdgeschoss der Rathauserweiterung (Gebäude C) in der Lammgasse zu besichtigen. Atelier und Ausstellungsraum in der Alten Post sind bis einschließlich Sonntag, 2. Oktober, täglich geöffnet von 10.30 - 13.30 Uhr und 15.30 - 18.30 Uhr, sonntags von 10.00 - 13.00 Uhr. Zum Abschluss des Bildhauersymposiums findet am heutigen Freitag, 30. September, um 19 Uhr eine Finissage statt. Die abschließende Werkschau wird vom Oberstufen-Ensemble "Drum-Bons" der Städtischen Musikschule begleitet.

Die Werkstattatmosphäre im ehemaligen Postgebäude solle zur unkomplizierten Begegnung mit den Künstlern animieren und mögliche Schwellenangst vor einem Atelierbesuch abbauen, beschrieb Bürgermeister Klaus Grabbe die Zielsetzung des Bildhauersymposiums "Kunstbewegt". Im Vordergrund stehe die Kommunikation mit der Bevölkerung. Beide Künstler verbindet die Arbeit am Stein. Sie formen ihre Figuren und Objekte aus Sandstein und Muschelkalk. Der gelernte Steinmetz Hans Michael Franke sieht in der Auseinandersetzung mit dem harten, spröden Material eine Art Gegenpol zur "Schnelllebigkeit der windschnittigen Gesellschaft". Die fertigen Objekte mahnen zur Rückbesinnung auf die Vergangenheit und sind laut Franke insofern auch Zeichen für das Entwurzeltsein des modernen Menschen.

Das "Fragmentarische als Ausdruck des Menschenbildes" ist das Thema von Voré. Der Absolvent der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bildet in seinen Arbeiten den menschlichen Torso ab und zeigt die Verletzlichkeit der mensch- lichen Existenz. Seine Steinfragmente sind meist in szenische Inszenierungen aus verschiedenen Kunstformen eingebettet. (snp)