Schwebende Signale vor Altstadtkulisse

Bad Wimpfen  Die Deutsche Bahn lässt acht Anlagen mit einem Hubschrauber an den Standorten beim Bahnhof aufstellen.

Von unserem Redakteur Alexander Klug

 

Radler, Spaziergänger und 29 Kinder aus dem Kindergarten St. Anna samt Eltern und Erzieherinnen schauen gebannt auf den Hubschrauber, der ruhig über einem Offenauer Feld schwebt. Die Sonne blendet. Sachte hebt er die grüne Metallkontruktion vom Boden, sie schwebt über den Neckar Richtung Bad Wimpfener Altstadtkulisse, begleitet vom ohrenbetäubenden Rotorengeräusch.

Acht Signalanlagen transportiert der Hubschrauberpilot im Auftrag der Deutschen Bahn an ihre Einsatzorte beim Bad Wimpfener Bahnhof. Anfang April sollen - nach monatelangen Verzögerungen - die ersten Züge durch Bad Wimpfen rollen.

700 Kilogramm am Haken

An einem langen Seil hängt das Signal am Haken, der Hubschrauber schwebt reglos über dem Bahnhofsgelände, die Rotoren blasen Laub und Staub über die Gleise. Das rund 700 Kilogramm schwere Metallsignal senkt sich langsam, Arbeiter in orangenen Westen und mit Helmen nehmen es in Empfang, schrauben es schnell an seinem Fundament fest. "Wir haben Glück, dass das Wetter passt. Bei Nebel, starkem Regen oder Wind wäre es nicht gegangen", sagt Bahnsprecher Roland Kortz. "Der Hubschrauber braucht gute Sicht."

Baufahrzeuge unterwegs

Acht Signale im Abstand von rund einem Kilometer, im Bahnhofsbereich ein bisschen weniger. "Normalerweise hätten wir sie mit Waggon und Kran an Ort und Stelle transportiert", sagt der Sprecher. Aber noch sind Baufahrzeuge auf den Schienen unterwegs, der Transport durch die Luft über offenes Gelände spare zudem Zeit. "In Relation zum Gesamtprojekt fallen die Kosten für den Hubschrauber aber nicht besonders ins Gewicht", sagt Roland Kortz. Man habe eine Spezialfirma mit dem Projekt beauftragt, die nicht zum ersten Mal für die Bahn im Einsatz ist.

Durch den Transport über offenes Gelände seien auch die Sicherheitsvorkehrungen überschaubar. "Hätten wir zum Beispiel über eine öffentliche Straße anfliegen müssen, hätte sie gesperrt werden müssen", führt Roland Kortz aus. Die Oberleitungen seien freilich noch nicht unter Strom. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat die Genehmigung erteilt, bei der Startzone in Offenau hatte zusätzlich das Ordnungsamt in Bad Friedrichshall ein Wörtchen mitzureden.

Eröffnungstermin

Es ist viel Betrieb rund um neue Brücke und Bahnhof, Helme und Westen tummeln sich auf und neben den Gleisen. "Hier laufen gerade einige Dinge gleichzeitig ab", erläutert der Sprecher. Auf der Brücke, an den technischen Anlagen rechts und links, an den Oberleitungen und dazwischen - 40 ihrer Nachwuchsingenieure hat die Bahn eigens aus dem ganzen Land nach Bad Wimpfen eingeladen, sie recken Kameras und Handys in die Luft.

"Hier ist alles neu, das ist etwas Besonderes", sagt der Sprecher, er macht einen entspannten Eindruck. Die vielfältigen Bauarbeiten sieht er im Zeitplan: Der Eröffnungstermin für den Streckenabschnitt sei sicher.