Neue Verwirrung beim Stadtbahntakt

Offenau - Für Ärger hat der Fahrplanentwurf für die Stadtbahn Nord in Gundelsheim gesorgt. Gemeinderat und Bürgermeisterin hatten bis zuletzt an einen Halbstundentakt geglaubt - und wurden vom vorgesehenen Stundentakt eines Besseren belehrt. Aber auch in Offenau scheinen nicht alle Fragen zur Stadtbahn restlos geklärt.

Von Petra Müller-Kromer

Neue Verwirrung beim Stadtbahntakt

Noch fahren in Offenau nur Züge der Deutschen Bahn. Doch die Stadtbahn Nord wirft ihre Schatten voraus.

Foto: Archiv/Plückthun

Offenau - Für Ärger hat der Fahrplanentwurf für die Stadtbahn Nord in Gundelsheim gesorgt. Gemeinderat und Bürgermeisterin Heike Schokatz hatten bis zuletzt an einen Halbstundentakt geglaubt - und wurden vom vorgesehenen Stundentakt eines Besseren belehrt. Aber auch in Offenau scheinen nicht alle Fragen zur Stadtbahn restlos geklärt.

So sorgte jetzt eine Aussage von Bürgermeister Michael Folk während der jüngsten Klausurtagung des Gemeinderats in Bregenz für Verwirrung. Der Verwaltungschef hatte seinen Räten mitgeteilt, dass es analog zum verdichteten Takt morgens zwischen 6 und 8 Uhr, bei dem neben der Stadtbahn voraussichtlich drei Regionalbahnen eingesetzt werden, auch zum Feierabendverkehr mehr Verbindungen gebe.

Das Landratsamt Heilbronn möchte Folks Aussage nach außen hin nicht weiter kommentieren. Landrat Detlef Piepenburg griff indes sofort zum Hörer, um den Offenauer Bürgermeister in seinem Spanienurlaub auf seinen Fehler hinzuweisen. Jetzt rudert Folk zurück: "Das war ein Versehen. Aber ich rechne damit, dass das Landratsamt bei Engpässen im Feierabendverkehr nach Lösungen suchen wird - über die Schiene oder mittels Bussen. Da habe ich volles Vertrauen ins Landratsamt."

Gelassen vom Verwirrspiel zeigen sich die Offenauer Räte. "Ein Halbstundentakt wäre sympatischer gewesen", sagt Peter Klotz, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gremium. Trotzdem ist er sicher: "Da tut sich noch was. Soviel ich weiß, wird noch mit Audi verhandelt, damit die Abfahrtszeiten zum Schichtende passen und die Audianer die Züge erreichen können."

Gisela Plagmann, CDU-Fraktionsvorsitzende, sieht die Sache nüchtern. "Angesichts der Kosten war es für mich klar, dass wir keine engere Taktung schaffen." So oder so, für sie ist die Stadtbahn "ein wichtiges Stück Infrastruktur". Gleichzeitig hofft sie auf einen reduzierten Audi-Werksverkehr auf der Straße. "Es gibt nichts Bequemeres, als hier einzusteigen, statt im Stau zu stehen. Ich verstehe das Lamentieren nicht." Die Idee, per Bus eine Fahrplan-Verdichtung zu erreichen, gefällt ihr.

"Das ist Unsinn", findet Johannes Müllerschön, der für die Linke im Kreisrat sitzt. Es sei schwierig, einen Halbstundentakt zu gewährleisten, wenn die Bahn aus der Strecke aussteigt. "Aber damit sind wir geködert worden und stehen nun als Idioten da, die das nicht erkannt haben." Wenn die Kommunen Geld in die Hand nähmen, bekämen sie normalerweise Verbesserungen.


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