Joachim Scholz ist neuer OB

Neckarsulm - Joachim Scholz wurde im ersten Wahlgang zum neuen Oberbürgermeister in Neckarsulm gewählt. Der 46-jährige Steinheimer erhielt 58,8 Prozent der Stimmen. Sein Widersacher Klaus Grabbe kommt auf 34,2 Prozent. Ralf Merkle wählten 6,5 Prozent der Bürger. Peter Weiß erhielt 0,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 55 Prozent.

Von Heike Kinkopf

So sieht ein Sieger aus: Joachim Scholz winkt den Menschen zu, bevor er mit Ehefrau Birgit ins Rathaus einzieht. Die Anspannung der vergangenen Tage und Wochen ist von dem zukünftigen Neckarsulmer OB abgefallen.Foto: Guido Sawatzki
Neckarsulm - Der Sieger der Oberbürgermeisterwahl in Neckarsulm nimmt ein Bad in der Menge. Joachim Scholz schüttelt auf dem Marktplatz hunderte Hände. Menschen applaudieren, jubeln ihm zu. Der strahlende Gewinner des Abends lässt sich Zeit mit dem Gang ins Rathaus. Dort warten Amtsinhaber Volker Blust, Gemeinderäte, Rathausmitarbeiter. Und die unterlegenen Mitbewerber. 58,8 Prozent der gültigen Stimmen heimst Bürgermeister Scholz aus Steinheim an der Murr ein. Das Ergebnis in seiner Deutlichkeit überrascht viele.

Gute Stimmung

„Ich bin sprachlos“, gibt Joachim Scholz (46) zu. Die Anspannung fällt von ihm ab. Zwar habe er in den vergangenen Tagen und Wochen „eine gute Stimmung gespürt“. Dass er seinen schärfsten Konkurrenten Klaus Grabbe, der 34,2 Prozent für sich verbucht, klar hinter sich lässt, hat er nicht erwartet.

Selbstredend gilt Scholz’ Dank den Bürger, die ihn gewählt haben. Überzeugen möchte er in den kommenden acht Jahren insbesondere auch diejenigen, die sich nicht für ihn entschieden haben. Scholz’ Ziel ist es, die Stadt weiterhin an der Spitze zu halten. „Und ich freue mich ganz besonders, dies mit meinem Baubürgermeister Klaus Grabbe zu tun.“ Lang anhaltender Applaus setzt bei diesem Satz im Foyer des Rathauses ein.

Grabbe, Neckarsulms Bürgermeister, macht keinen Hehl aus seinen Gefühlen. „Ich bin überrascht über die Deutlichkeit des Ergebnisses“, gibt er unumwunden zu. „Scholz hat die Emotionen besser bedienen können.“ Seine persönliche Zukunft lässt Grabbe offen. „Ich bleibe auf jeden Fall in Neckarsulm wohnen“, kündigt der 56-Jährige an. Er sei noch für sechs weitere Jahre als Baubürgermeister gewählt. Was mittelfristig passiert, sei offen. Und ja: „Ich bin ein wenig enttäuscht.“

Das ist auch Ralf Merkle. 6,5 Prozent der Wähler haben hinter dem Namen des Volljuristen aus Neckarsulm ihr Kreuz gemacht. Enttäuschung bereitet Merkle vor allem, dass das Ergebnis direkt im ersten Wahlgang feststeht. „Ich halte die Argumentation, das gebrachte Programm – ohne Herrn Scholz persönlich angreifen zu wollen – für relativ flach“, nimmt Merkle kein Blatt vor den Mund.

Gräben zuschütten

Bei aller Euphorie auf dem Marktplatz ist auch die Rede von Wunden, die der Kampf der Bewerber um den Chefsessel geschlagen hat. Es sei gut, wenn die Wahl im ersten Gang entschieden wird, meint Alt-OB Erhard Klotz, als sich dies nach Auszählung der ersten Wahlbezirke abzeichnet. „Ich bin sicher, dass Herr Scholz in der Lage und dazu bereit ist, die Gräben zuzuschütten.“

„Der Wahlkampf hat Energie gekostet“, sagt der erklärte Marathonläufer Scholz. Später, bei der Rede im Rathaus, ergänzt er: „Im Wahlkampf geht es zur Sache.“ Aber: Fair sei er von Seiten der Kandidaten geführt worden. Erleichterung auch bei den ihn unterstützenden Parteien und Gruppierungen CDU, FDP, Freie Wähler und Grüne. Noch bevor das Ergebnis feststeht, eilt Bernhard Kuhn (FWV) aus dem Rathaus. „Ich hol’ die Blumen.“ Herbert Emerich, Fraktionsvorsitzender der CDU, ist zufrieden, dass jetzt Klarheit herrscht. Scholz habe einen engagierten Wahlkampf geführt, „was sich jetzt auch im Ergebnis zeigt“.


Wahlergebnis

  • Zahl der Wahlberechtigten: 18.048
  • Zahl der Wähler: 9.933
  • Wahlbeteiligung: 55,0 %
  • Zahl der ungültigen Stimmzettel: 45
  • Zahl der gültigen Stimmzettel = Stimmen: 9888

Von den gültigen Stimmen entfielen in der Reihenfolge der Stimmenzahlen auf den Bewerber
  • Klaus Grabbe: 3.384 Stimmen = 34,2 %
  • Joachim Scholz: 5.818 Stimmen = 58,8 %
  • Peter Weiß: 38 Stimmen = 0,4 %
  • Ralf Merkle: 642 Stimmen = 6,5 %
  • Sonstige (zusammen): 6 Stimmen = 0,1%