Die Welt ein Stück besser gemacht

Region  Region - Als "Zeichen, dass wir auf diese Generation zählen dürfen", wertete Heilbronns Erster Bürgermeister Martin Diepgen die 72-Stunden-Aktion des Bundes Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ).

Von Ute Plückthun

Die Welt ein Stück besser gemacht

Es ist geschafft: Großer Jubel bei den Teilnehmern der 72-Stunden-Aktion, die mir ihrem Einsatz Gemeinsinn und soziales Engagement bewiesen haben.

Foto: Ute Plückthun

Region - Als "Zeichen, dass wir auf diese Generation zählen dürfen", wertete Heilbronns Erster Bürgermeister Martin Diepgen die 72-Stunden-Aktion des Bundes Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ). Zehn Teams hatten sich im Dekanat Heilbronn-Neckarsulm an der bundesweiten Sozialaktion unter dem Motto "Uns schickt der Himmel" beteiligt. Beim Abschlussgottesdienst in der Neckarsulmer Klosterkirche mit der Firmband aus der Seelsorgeeinheit Neckar/Schozach stellten sie ihre Projekte vor.

In seiner Predigt zum Lukasevangelium betonte Jugendpfarrer Stefan Fischer die Bezüge zur 72-Stunden-Aktion: "Es war kein Zufall, dass Jesus 72 Jünger aussandte, um bei der Ernte zu helfen." Ohne Geldbeutel, ohne Ansprüche auf Essen und Trinken, dafür ganz im Zeichen des Friedens. "Wer Gemeinsinn übt, lernt den aufrechten Gang", versicherte Schirmherr Diepgen. Denn bei der 72-Stunden-Aktion lerne man, die Ärmel hochzukrempeln, Mitmenschen uneigennützig zu helfen sowie auf andere zuzugehen und das konstruktive Gespräch zu suchen. Jugendliche, die ihr Augenmerk auch auf die Nöte und Bedürfnisse anderer legten, leisteten damit einen Beitrag zur Freiheit.

So sahen es auch die jungen Akteure im Dekanat. Etwa die FKJA Affaltrach, die mit dem Verkauf von Waffeln und Kuchen auf dem Recyclinghof oder im Schwimmbad die stolze Summe von 5000 Euro zugunsten der Flutopfer erzielt hatten. Zusätzliche 360 Euro steuerten die Minis aus dem Leintal bei, die im Bad Friedrichshaller Jugendtreff Magnet im Plattenwald neue Spiele gestaltet hatten. Und wiederum große Hilfsbereitschaft erfuhren: "Die Sponsoren waren Hammer. Wir wurden vollgepumpt mit Materialien und Essen", verkündete David Christopher Williams. Er versicherte: "Wir kommen wieder."

"Pimp my Waldfest" lautete die Aufgabe von rund 40 Ministranten und Mitgliedern des Jugendorchesters in Offenau. Dass vorbeikommende Kinder halfen, freute Daniela Weiß besonders. Da kümmerte es wenig, dass der zu Werbezwecken mehrfach aufgeführte tänzerische Flashmop für Muskelkater sorgte. In Neckarsulm waren Kolpingjugend, Ministranten und Pfadfinder in der Astrid-Lindgren-Schule aktiv. "Dort haben wir unter anderem den Gang zum Schwimmbad frisch gestrichen und mit Fischen gestaltet, einen Barfußpfad angelegt und Fühlkisten eingerichtet", erzählte Miriam Gärtner. Vertical Gardening betrieb die KJG Talheim in der Heilbronner Südstadt ebenso wie die Heilbronner Pfadfinder, die in der Schwaigerner Grund- und Förderschule einen Lerngarten bauten.

Die Gruppe Katholisch im Zabergäu sorgte im Stockheimer Kindergarten St. Martin für einen hellen Bewegungsraum sowie für eine als Miniküche oder Krippe nutzbare Hütte im Garten. "Wir alle sind glücklich, dass wir das Projekt so gut abschließen konnten", sagte Karin Ostertag von Die Weinbergschnecken. In Weinsberg bewiesen sie gartenbauliche Talente, indem sie eine Trockenmauer als Rückzugsraum für Amphibien, ein Insektenhotel und eine Grillstelle anlegten. "Wir waren schon nach 50 Stunden fertig, so reichte es noch zu einem Einweihungsfest."

Die Minis aus Ober- und Untergriesheim sowie die Wimpfener Pfadfinder legten auf dem Außengelände der Kirchengemeinde Obergriesheim fleißig Hand an, während die Duttenberger Jugend den Bereich um die Kirche barrierefrei machte. "Das Schönste war, als eine alte Dame zum ersten Mal mit dem Rollator hochfahren konnte", freute sich Sarah Mandel.