Der Rummel kam erst nach dem 70. Geburtstag

Der Feuerwerker Walter Zink ist zum Ehrenbürger der Gemeinde Cleebronn ernannt worden - Feier in der Alten Schule

Von Joachim Rüeck

Nein, über seinen 70. Geburtstag solle lieber nichts in der Zeitung stehen, hatte sich Walter Zink im Vorfeld des 12. Juli gewünscht. Er wolle "keinen großen Rummel". Aber just an seinem Ehrentag vor einer Woche ereilte ihn eine Nachricht, die für den Feuerwerker "zunächst mehr Schreck als Freude" bedeutete: Er wird Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Cleebronn.In der Öffentlichkeit zu stehen ist nicht das Ding des Walter Zink. Doch am Freitagabend in der Alten Schule kam er nicht umhin. Schließlich erhielt er die Ehrenbürgerurkunde der Gemeinde Cleebronn - in dem Gebäude, in dem er vor mehr als einem halben Jahrhundert zur Schule gegangen war.Cleebronns Bürgermeister Thomas Vogl blickte in der Feierstunde auf die Geschichte der Feuerwerk-Fabrik zurück: "Seit über fünf Jahrzehnten ist der Name Zink untrennbar mit Feuerwerk verbunden - in Cleebronn, im Zabergäu, in der gesamten Region." Walter Zinks Vater Paul hatte das Unternehmen 1949 gegründet. Die Firma "überflügelte sogar die Wiege der Cleebronner Feuerwerkerei, Depyfag, und überdauert diesen Betrieb bis heute". Für eine kleine und vor allem ländlich geprägte Gemeinde wie Cleebronn stelle ein Unternehmen die die Feuerwerkerei Zink einen wahren Glücksfall dar.Vogl betonte in seiner Rede, wie sehr sich Walter Zink sozial und kulturell in die Gemeinde einbringt: Von 1968 bis 1989 gehörte er dem Gemeinderat an, außerdem ist er Mitglied in mehreren Vereinen und bis heute im Gesangverein aktiv tätig. Vereine und Jugendeinrichtungen konnten sich stets seiner Hilfe sicher sein. "Lange muss man heute suchen, um eine solche Vielfalt an sozialem Engagement, an Unterstützung des Gemeinwesens und an Einsatz für die Allgemeinheit in einer Person vereinigt zu finden", lobte der Bürgermeister.Nicht nur in Sachen Feuerwerk trat Walter Zink deshalb jetzt in die Fußstapfen seines Vaters: 30 Jahre zuvor war Paul Zink mit der höchsten Auszeichnung bedacht worden, die eine Gemeinde zu vergeben hat.Der Güglinger Herbert Grotz, ein enger Freund der Familie Zink, richtete einige persönliche Worte an den Geehrten. Seine Bescheidenheit sei sprichwörtlich, sein Wissensdurst grenzenlos - so habe Walter Zink noch im reiferen Alter Fremdsprachen gelernt. Gestartet als typisches schwäbisches Familienunternehmen - "vor allem ausgestattet mit Fleiß, Kreativität und Wagemut" -, sei der Name Zink "zu einem glanzvollen Begriff in der Pyrotechnik" geworden. Doch auch Nackenschläge in Sachen Gesundheit und im Unternehmen habe der Cleebronner weggesteckt.Nachdem Walter Zink gemeinsam mit seiner Frau Erna die Ehrung entgegengenommen hatte, kam er um eine kurze Ansprache nicht herum: Wenn er so gelobt werde, müsse ja ein bisschen was dran sein, freute er sich für seine Verhältnisse fast überschwänglich über die Reden. Bei der Schilderung seines Einstiegs in den väterlichen Betrieb kehrte die typische zinksche Nüchternheit aber gleich wieder zurück: "Ich war 14 Jahre alt, die Volksschule war vorbei, und ich konnte viele Versuche machen."