Weicheres Wasser, höherer Preis

Geplante Enthärtungsanlage wird 1,3 Millionen Euro kosten

Von Thomas Dorn

Weicheres Wasser, höherer Preis
Neben der bestehenden Pumpstation in der "Lauffener Schlinge" soll die neue Wasserenthärtungsanlage entstehen. Damit möchte die Heuss-Stadt für alle Abnehmer eine gleichwertige Qualität erreichen.Foto: privat

Brackenheim - Einheitlicher Wasserpreis, einheitliche Wasserqualität: Das soll künftig für die Gesamtstadt Brackenheim gelten. Um dieses Ziel zu erreichen, will der Gemeinderat eine Wasserenthärtungsanlage bauen. Die Kosten für die Anlage werden mit rund 1,3 Millionen Euro beziffert. Das hat auch Folgen für die Gebührenzahler: Der Wasserzins wird um 16 bis 17 Cent je Kubikmeter steigen.

"Damit machen wir einen Satz, wie wir ihn noch nie gemacht haben", weiß Bürgermeister Rolf Kieser. In der Bürgerversammlung am kommenden Montag wird er das Projekt zusammen mit dem planenden Ingenieur Rüdiger Haas vom Büro Haas2O in Remseck vorstellen. Und dabei auch deutlich machen, dass − zumindest ein Großteil der Bürger − finanziell nicht belastet, sondern eher entlastet wird.

Standbeine An den beiden Standbeinen der Wasserversorgung − Eigenwasser und Bodenseewasser − will der Gemeinderat auch in Zukunft festhalten. Aber es soll im gesamten Versorgungsgebiet des Wasserwerks einen einheitlichen Härtegrad von neun Grad deutscher Härte (°dH) geben. Momentan ist die Situation im Stadtgebiet unterschiedlich. In Stockheim, Haberschlacht und Neipperg ist der angestrebte Härtegrad bereits erreicht, weil diese Stadtteile komplett mit Bodenseewasser beliefert werden. In allen anderen Stadtteilen hat das Trinkwasser einen Härtegrad von 20. Der kommt zustande, indem Eigenwasser (35 °dH) und Bodenseewasser (8,9 °dH) gemischt werden. Wenn die neue Enthärtungsanlage steht, wird allen Brackenheimern weicheres Wasser zur Verfügung stehen. Viele Einwohner werden davon auch finanziell profitieren: Planer Haas hat ausgerechnet, dass ein Vier-Personen-Haushalt dann etwa 75 Euro pro Jahr einsparen kann − beim Waschen und Putzen, bei der Warmwasseraufbereitung. Dem stünden Mehrkosten von etwa 35 Euro durch den höheren Wasserzins gegenüber.

Filter Gebaut werden soll die Enthärtungsanlage beim Brunnen "Lauffener Schlinge" neben der bestehenden Pumpstation. Durch Nanofiltration wird die Karbonathärte des Eigenwassers in der Enthärtungsanlage reduziert, außerdem werden Nitrat und sonstige Sekundärstoffe weitgehend entfernt. Zusätzlich soll ein vorgeschalteter Grobfilter bereits vor der Enthärtung Schwebstoffe aus dem Rohwasser entnehmen. Sobald die Wasserenthärtungsanlage gebaut ist, kann der Bodenseewasserbezug deutlich reduziert werden. Der Eigenwasseranteil in der Trinkwasserversorgung wird nach Schätzung von Ingenieur Rüdiger Haas künftig bei etwa 60 Prozent liegen.