Mit 137 Jahren ist die Sedaneiche noch jung

Fachmännischer Baumschnitt am Naturdenkmal – Verkehrssicherheit wieder hergestellt

Von Werner Stuber

„Vielleicht wurden auch bei dem erst vor wenigen Jahren gebauten kurzen Wegstück zu den Feldern hoch ein paar Wurzeln beschädigt.“

Ulrich Scheerle

Zaberfeld - Markant steht eine mächtige Eiche oberhalb von Leonbronn am Feldrand neben der Straße nach Sternenfels: Die so genannte Leonbronner „Sedaneiche“. Friedricke Hampp hat sie einst im September 1870 nach der von vielen toten Soldaten geprägten „Schlacht bei Sedan“ als junges Bäumchen gepflanzt.

„Den Gefallenen zum Gedenken“, steht auf der kleinen hölzernen Tafel, die der Leonbronner Heimatverein vor einigen Jahren daneben aufstellte. Inzwischen ist aus dem kleinen Bäumchen nicht nur eine stattliche Eiche mit einem dicken Stamm, kräftigen Ästen und einer weit ausladenden Baumkrone geworden, sondern auch ein Naturdenkmal. Und nicht nur bei der Naturschutzbehörde im Landratsamt, sondern auch im Zaberfelder Rathaus hat man in jüngster Zeit erkannt, dass die Sedaneiche nicht mehr „verkehrssicher“ ist. Armdicke Äste wurden dürr und drohten abzubrechen.

Eine extreme „Wipfeldürre“ erkannte Baumpfleger Ulrich Scheerle, der jetzt mit seiner Mannschaft und einer hydraulischen Hebearbeitsbühne anrückte, um der Eiche einen pflegenden Schnitt zu verabreichen. „Die Gefahr herabfallender dürrer Äste ist zu groß geworden“, sagte Zaberfelds Bauhofleiter Reinhold Sigloch. Auch der sogenannte Eichensplintkäfer treibt sein schädliches Unwesen in dem Baum, hat Scheerle während der Baumpflege festgestellt.

Nur die dürren Äste und Wipfel haben die Männer in ihrer Arbeitsbühne in teilweise luftiger Höhe abgeschnitten. Trotzdem gab es unter dem Baum auf den asphaltierten Wegen eine ganze Menge „Kleinholz“. „Vielleicht wurden auch bei dem erst vor wenigen Jahren gebauten kurzen Wegstück zu den Feldern hoch ein paar Wurzeln beschädigt“, vermutet Ulrich Scheerle. Denn genau in dem Bereich musste an der Eiche ein dicker Ast direkt am Stamm abgesägt werden. Jetzt hat die Baumkrone an der Stelle nun eben ein nicht unerhebliches „Loch“, das die Ästhetik des historischen Baumes doch etwas stört. Vor allem, wenn man die Eiche von der Feldseite betrachtet.

Insgesamt betrachtet sei der Baum aber auf jeden Fall erhaltenswert, sagt Ulrich Scheerle. Schließlich sei die Sedaneiche mit ihren gerade mal 137 Jahren ja eigentlich noch ein junger Baum. Ob von der Eiche im Laufe des Jahres noch weitere Äste abgesägt werden müssen, will der Baumfachmann jetzt erst einmal abwarten. Im Frühjahr, wenn der Baum austreibt, sieht man, welche Äste und Wipfel grün werden und welche nicht.