Kreisverkehr wertet Ortskern auf

Rückblick auf 2009: Musikverein und Erlebnispark feierten Geburtstag - Durchbruch für Buck-Gelände

Von Birgit Riecker

Kreisverkehr wertet Ortskern auf
Bei der Übergabe des neuen Kreisverkehrs: (von links) Eberhard Gienger, Schultes Thomas Vogl und Kreisstraßenbauamtsleiter Thomas Thullner.Foto: Archiv/Riecker

Cleebronn - Die Großbaustelle für den neuen Kreisverkehr im Ortskern von Cleebronn prägte das Jahr 2009. Umleitungsverkehr, Staus, Lärm und Dreck: Die Anwohner hatten wenig Vergnügen. Im Gemeinderat wurde viel diskutiert: Welche Größe kriegen wir hin? Wie sieht es mit Fußgängerüberwegen aus? Wie können wir die Parkplätze an der Hauptstraße erhalten und Schleichverkehr entlang des künftigen Kreises verhindern? Auch der Bau war nicht einfach. Alte, marode Leitungen kamen zum Vorschein. Lkw-Fahrer ignorierten Sperrschilder, quälten sich über die zu engen Ortsstraßen und rasierten schon mal die eine oder andere Mauer ab.

Verstummt Doch Stimmen in der Bevölkerung, die statt eines 385 000 Euro teuren Kreisverkehrs lieber eine kommunale Gemeindehalle gebaut hätten, sind weitgehend verstummt. Mit der Fertigstellung des Kreisels Ende November zeigte sich, dass der Ortskern aufgewertet und die Fußgängersicherheit verbessert ist.

Fast verdrängt wurden davon die übrigen Ereignisse wie der Festempfang zum 70. Geburtstag von Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Rolf Streicher im Februar oder das 50-jährige Bestehen des Musikvereins. Die Kommunalwahlen im Juni brachten drei neue Gesichter an den Ratstisch: Jan-Andre Storz, Christian Storz und Raphael Binder.

Im Juni fiel im Gemeinderat eine wegweisende Entscheidung zur Aufstellung des Bebauungsplans "Unter dem Schloss". Seit 2002 kämpft die Gemeinde um eine Sanierung der Industriebrache, das ehemalige Buck-Gelände. Zu vielseitig war die Interessenlage von Eigentümern, Banken und Anwälten, sogar ein Enteignungsverfahren war eingeleitet worden. Mit der Planungs- und Projektentwicklungsgesellschaft Dr. Eisele aus Rottenburg gelang der Durchbruch. Sie einigte sich mit den Eigentümern auf einen Kaufpreis und will auf dem 8,1 Hektar großen Gelände eine Wohnbaufläche von rund vier Hektar mit rund 70 Bauplätzen entstehen lassen. Als Streitpunkt im Verfahren stellte sich die Erschließung heraus: Kann der gesamte Verkehr über den Rosenberg abgewickelt werden? Ja, das ist die beste Lösung, befand der Rat.

Besucherrekord Der 80. Geburtstag des Erlebnisparks Tripsdrill war ein Riesenspektakel. 2009 bescherten dem Freizeitgelände einen Rekord mit rund 650 000 Besuchern. Einige davon konnten sogar die Dreharbeiten für einen "Tatort" live miterleben.

Der katholische Pfarrer Hermann Rupp ging in den Ruhestand, auch Jugendpfarrer Xaver Steidle verabschiedete sich. Mehr Sensibilität hätte sich manch einer bei der Gedenktafel für einen von der Geheimen Staatspolizei der Nazis gehenkten Kriegsgefangenen gewünscht. Statt Aufarbeitung entschied sich der Gemeinderat für öffentliches Schweigen.

Kreisverkehr wertet Ortskern auf
Die Meisterschaft der Sportholzfäller in Tripsdrill.Foto: Archiv/Sawatzki