Ein Turm kann auch verbinden

Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde und des Christina-Amos-Kindergartens setzt Zeichen

Von Gerhard Dubinyi

Ein Turm kann auch verbinden
Fleißige Jungen und Mädchen des Christina-Amos-Kindergartens in Brackenheim-Meimsheim beim Turmbau zu Babel.Foto: Gerhard Dubinyi

Brackenheim - Mit dem Turmbau zu Babel wollte man einst einen Turm bauen, der bis in den Himmel reicht. Er sollte aber auch neidisch machen. Mit diesem Thema setzten sich in Meimsheim die Kindergottesdienst-Teilnehmer beim Familiengottesdienst und nachmittags die Kinder des Christina-Amos-Kindergartens (CAK) auseinander. Besichtigt werden konnte auch der höchste Turm Meimsheims, der sanierte Kirchturm.

Pfarrer Ulrich Harst machte beim Gottesdienst klar: Gott gefiel der Turmbau zu Babel nicht, und er gab jedem Arbeiter eine andere Sprache. Die Arbeiter verstanden sich nicht mehr und liefen auseinander. "Doch ein Turm kann auch verbinden, er muss nicht ein Symbol sein, sich zu übertrumpfen", so Harst.

Hand in Hand So kamen auch die Jungen und Mädchen des Kindergartens beim Sommerfest Hand in Hand auf die Bühne, um einen Turm zu bauen. Katharina stellte bald fest: "Fast stoßen wir an den Wolken an." Paula meinte: "Das kriegen wir auch noch hin." Die Stimme aus dem Lautsprecher machte klar: "Menschen wollten über sich hinauswachsen − höher vielleicht als Gott?"

Die Kinder waren mit großem Eifer dabei. 63 sind im CAK-Kindergarten, womit die Aufnahmekapazität erreicht ist. Für Meimsheim kein Problem, denn es gibt ja noch einen weiteren Kindergarten. Sowohl in dem der evangelischen Kirchengemeinde als auch in der Mühlstraße sind Kinder unterschiedlicher Nationalitäten.

Beim Spiel des CAK-Kindergartens lief beim Turmbau auf der Bühne jeder in seine Ecke: Alessia in die italienische, Ayse in die türkische, Yahui in die chinesische und Nico in die afrikanische. Nele hatte die Idee, die Menschen in den anderen Ländern zu besuchen, denn weiterbauen ging ja nicht.

Bald machten sich die Kleinen unter Trommelklängen mit Jambo, der Begrüßung in Afrika, "Bonguorno", mit "Merhaba" in der Türkei und "Nihau" in China vertraut. Paula meinte: "Wir haben noch viel mehr Nationen im CAK-Kindergarten." Sie tanzten nach landesüblicher Musik, und Katharina fand die vielen Sprachen total spannend. Da war Elia klar, "mit unserem Turm wollten wir hoch hinaus. Aber was wollen wir da oben?" Paula stellte fest, dass es unten viel schöner und vielfältiger ist. Also meinte Nele: "Lasst uns ein Haus bauen, in dem für alle Platz ist."

Vielfalt Wie schön und vielfältig das Leben sein kann, wurde anschließend für den Nachwuchs in der Spielstraße und für die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen deutlich gemacht. Der Posaunenchor und weitere Programmbeiträge sorgten für einen geselligen Nachmittag in Meimsheim.