Die Vielfalt der Gemälde begeistert

Ausstellung mit Bildern und Zeichnungen von Bruno Velten im Rathaus eröffnet

Von Verena Göggelmann

Die Vielfalt der Gemälde begeistert
Dagmar Velten (rechts), die Tochter des Künstlers Bruno Velten, erklärte bei der Vernissage im Bönnigheimer Rathaus dem Ehepaar Bär das Alpengemälde.

Foto: Verena Göggelmann

Kleine Gassen, Fachwerkhäuser umrahmt von Streuobstwiesen und Weinreben. Der Hofener Künstler Bruno Velten hatte ein Auge für die malerischen Ecken seiner Heimat. Auf seinen Gemälden und Grafiken erkennen viele Ältere noch alte Bauwerke und Winkel, von denen heute nur noch wenige erhalten sind.

So findet bei der Ausstellungseröffnung im Bönnigheimer Rathaus beispielsweise Hans Knoll aus Hofen das inzwischen umgebaute Wohnhaus des Zeichners in einer Bleistiftgrafik wieder.

Lebhaft ist auch Erinnerung an die Person, die hinter den Werken steckt. „Bruno Velten war beliebt für seine humorvolle und gesellige Art“, beschreibt der Bönnigheimer Stadtarchivar Dieter Gerlinger den 1967 verstorbenen Künstler.

Auch der Bönnigheimer Maler Jakob Matz hätte bestimmt viel über den Künstler zu erzählen vermocht. Über Monate hinweg hatte er mit seiner Frau Ute Matz 70 Werke von Velten zusammengetragen. Leider erlebte er, der so viel Zeit und Arbeit in die Kunstsammlung gesteckt hatte, die Vernissage nicht mehr. So fand diese in doppeltem Gedenken statt: an den Künstler und an den Kunstsammler.

Neben den romantisch anmutenden Ölgemälden und akkurat skizzierten Stadtgrafiken, zeigt die Ausstellung auch Aquarelle und colorierte Federzeichnungen Veltens. Darunter sind impressionistisch geprägte Bilder aus seiner Pariser Zeit.

Aus der Sammlung stechen drei Gemälde hervor, die mediterrane Städte und Landschaften mit Palmen und Zypressen zeigen. „Diese Bilder sind wahrscheinlich während eines Italienurlaubs in den Fünfzigern entstanden“, vermutet Dagmar Velten, die Tochter des Künstlers, die zu dieser Zeit noch ein Schulkind war. Dann beschreibt sie die beiden Gemälde im Eingangsbereich, die dem Expressionismus nahe stehen.

Das Besondere an diesen Bildern, die eine Alpenlandschaft im Allgäu zeigen, sind die kontrastreichen, leuchtenden Farben und die einfachen Formen, die Velten verwendete.

Der Architekt Erhard Vogelmann kennt den Künstler noch aus dem Heilbronner Atelier, das dieser mit Gerhard Binder führte. Stolz zeigt er die Kopie einer präzisen Zeichnung aus dem Jahr 1965, auf welcher die Silhouette der Stadt Heilbronn zu sehen ist. Er lobt Bruno Velten als „begnadeten Zeichner“. Wie Erhard Vogelmann sind viele Kunstfreunde von der großen Vielfalt der Gemälde begeistert und wundern sich beim Betrachten, dass sie alle von nur einem Künstler stammen.

Die Exponate des Künstlers Bruno Velten werden bis 7. Dezember im Bönnigheimer Rathaus ausgestellt. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags 8 bis 12 Uhr, dienstags 14 bis 18Uhr, und zusätzlich an den Sonntagen, 19. und 26. November sowie 3. Dezember zwischen 14 und 16 Uhr.