Bewerber betonen Unabhängigkeit

Großes Interesse an der offiziellen Kandidatenvorstellung

Von Thomas Dorn

Bewerber betonen Unabhängigkeit
Kandidat eins: Thomas Csaszar, Diplom-Verwaltungswirt aus Stebbach.

Zaberfeld - Die Zaberfelder haben die Wahl - und sind offenbar gewillt, davon Gebrauch zu machen. Das Interesse an der offiziellen Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten war jedenfalls groß. Gut 400 Besucherinnen und Besucher sorgten am Donnerstagabend für eine proppenvolle Gemeindehalle. Um die Nachfolge von Thilo Michler bewerben sich drei Männer: Thomas Csaszar, Martin Grüner und Andreas Münch.

Jeder bekam 15 Minuten Zeit, sich vorzustellen. Weitere zehn Minuten blieben unter Leitung von Michler für (wenige) Fragen aus dem Publikum. Csaszar und Grüner nützten die Redezeit voll aus, Münch begnügte sich mit fünf Minuten und verzichtete auf ein Manuskript.

„Mein Name ist schwierig, dafür bin ich als Mensch umso unkomplizierter“, meinte Thomas Csaszar. Der 46-jährige Familienvater aus Gemmingen-Stebbach empfahl sich als „kompetent, neutral und bürgernah“. Parteilos, ohne verwandtschaftliche Beziehungen am Ort, niemandem verpflichtet, unbefangen gegenüber den bisherigen Entscheidungen des Gemeinderats - so definierte Csaszar Neutralität.

Erfahrung Besonderen Wert legte der Diplom-Verwaltungswirt auf die berufliche Kompetenz: „Ich habe die Ausbildung, die 90 Prozent der im Amt befindlichen Bürgermeister in Baden-Württemberg abgelegt haben.“ Als stellvertretender Leiter des Schul-, Kultur- und Sportamts in Heilbronn trage er Personalverantwortung für 90 Mitarbeiter in 35 Schulen, verwalte Haushaltsmittel von jährlich zwölf Millionen Euro.

Ein Bürgermeister Csaszar will „persönlicher Ansprechpartner“ sein. Begonnene und geplante Maßnahmen sollen zeitnah erledigt werden. Dank des Baugebiets „Gottesacker“ gebe es keinen Bedarf, „weitere Großflächen zu erschließen“. Ausbau des Personennahverkehrs, Unterstützung von Vereinen und Gewerbe und eine solide Finanzwirtschaft waren weitere Themen.

„Offen, ehrlich, geradlinig“ heißt das Motto von Martin Grüner. Auch er, der mit seiner Familie seit 17 Jahren in Zaberfeld wohnt, nimmt für sich in Anspruch, „keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen oder sonstige Verpflichtungen“ zu haben, die ihn an einer neutralen Amtsführung hindern könnten. Der 45-jährige Diplom-Forstingenieur, seit einigen Jahren Büroleiter der Forstamtsaußenstelle Eppingen, ging ausführlich auf seinen beruflichen Werdegang ein. Wichtig war ihm der Hinweis auf „fast 20 Jahre vielschichtige Verwaltungserfahrung“ in verschiedenen Behörden. „Vielleicht habe ich Ihr klassisches Bild vom Förster zerstört“, meinte Grüner - aber 14 seiner Kollegen seien Bürgermeister geworden.

Der amtierende Gemeinderat versprach einen sparsamen Umgang mit den Gemeindefinanzen. Neben der Fortsetzung begonnener Vorhaben samt Umbau des Zaberfelder Kindergartens will er Schwerpunkte setzen: Treff für Jugendliche, flexible Betreuungszeiten für kleine Kinder, Förderung des Tourismus, Verbesserung des ÖPNV, Stärkung der Vereine und der Wirtschaft lauteten einige Stichworte.

Lehrgänge Noch wohnt er in Wiesloch. Aber der 39-jährige Andreas Münch, Ingenieur beim Staatlichen Hochbauamt, würde mit Frau Nadine „gerne nach Zaberfeld ziehen“. Als Bürgermeister will er sich um die Verbesserung der Busanbindungen, den Auf- und Ausbau schneller DSL-Verbindungen und einen „Ort kümmern, wo sich die Jugend aufhalten kann“. Ihm schwebt eine „junge Runde“ vor, in der Jugendliche vierteljährlich Wünsche und Sorgen loswerden können. Die fehlende Verwaltungserfahrung glaubt er ausgleichen zu können: „Da gibt's genügend Lehrgänge.“

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Kandidat zwei: Martin Grüner, Diplom-Forstingenieur aus Zaberfeld.
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Kandidat drei: Andreas Münch, Ingenieur aus Wiesloch.
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Volles Haus: Die offizielle Veranstaltung der Gemeinde lockte mehr als 400 Besucher in die Zaberfelder Gemeindehalle. Auch die Stehplätze auf der Empore waren noch besetzt.Fotos: Ulrike Kugler