Alle Denkmäler auf einen Blick

Regierungspräsidium übergibt Werteplan an Stadtverwaltung

Von Uwe Mundt

„Man kann alles abklappern, was mit dem Ort zu tun hat.“

Wolfgang Thiem

Lauffen - Die Karte der Lauffener Innenstadt zeigt viele rote Flecken, etwa ebenso viele orangefarbene und einige grüne. Die Farben bezeichnen die verschiedenen denkmalpflegerischen Werte von Gebäuden, Straßenzügen, Frei- und Grünflächen. Diesen Plan – zunächst zur behördeninternen Nutzung – hat das Referat Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart jetzt im Rathaus an die Verwaltung übergeben.

„Manche Eigentümer wissen gar nicht Bescheid“, sagt Stadtbaumeisterin Claudia Seipel. Sie kennen oft gar nicht den Wert, den die amtliche Denkmalpflege ihren Wohn- oder Geschäftshäusern in Stadt und Dorf Lauffen beimisst. Mit dem, so der amtliche Ausdruck, „denkmalpflegerischen Werteplan zur Gesamtanlage Lauffen am Neckar“ hat jetzt zumindest die Stadtverwaltung einen umfassenden Überblick darüber, wie die Gebäude im geschützten Stadtbild zu bewerten sind. Seit 1984 nämlich gibt es für das alte Dorf und fürs Städtle eine Gesamtanlagenschutz-Satzung.

Zwei bis drei Tage hatte Denkmalpfleger Wolfgang Thiem zusammen mit zwei Kollegen links und rechts des Neckars zu tun. Mit der amtlichen Denkmalliste in der Hand durchstreiften die drei die inneren Bereiche der beiden Stadtteile, fotografierten jedes denkmalgeschützte und jedes erhaltenswerte Gebäude. Die Arbeit an der frischen Luft hat dem Denkmalpfleger Spaß gemacht: „Man kann alles abklappern, was mit dem Ort zu tun hat“, berichtet Thiem, der sich sonst meistens hinterm Schreibtisch aufhält.

Die eigentliche Arbeit fand dann aber wieder vorm Computer statt, um die an Ort und Stelle oder aus bestehenden Akten erhobenen Daten und Bilder zu einer interaktiven Datei im pdf-Format zusammenzustellen und zu verknüpfen. Das Datenpaket für Lauffen wurde auf eine CD-ROM gebrannt und kann in der Verwaltung nützliche Dienste leisten.

Wenn jetzt ein Bürger bei Claudia Seipel anfragt, ob er sein Haus lila anstreichen darf, muss die Stadtbaumeisterin nicht mehr lange Akten wälzen und sich mit dem Denkmalamt in Stuttgart ins Benehmen setzen. Sie kann auf einer Stadtkarte einfach die Adresse anklicken und hat sofort alle Informationen bei der Hand. Mit der Denkmalpflege kann sie sich nun einfacher abstimmen. Dort liegen die gleichen Daten vor.

Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger sieht in dem Werteplan ein „absolut zuverlässiges Arbeitsinstrument“, das den Zugang zu Informationen erleichtert. Eine unmittelbare Nutzungsmöglichkeit sieht er in dem geplanten historischen Stadtrundgang: Die Texte für die Hinweistafeln liegen praktisch vor.

Ein wenig bedauert hat Gertrud Clostermann, die Leiterin des Referats Denkmalpflege, dass der Datenschatz zunächst nicht allgemein zugänglich ist. Im Internet ist er bislang nicht verfügbar, weil das Land gewisse Bedenken wegen des Datenschutzes hat.

Bisher hat das Regierungspräsidium 21 Kommunen in einem Werteplan erfasst, darunter im Landkreis Heilbronn Möckmühl und Bad Wimpfen, im Hohenlohekreis Niedernhall und Forchtenberg, im Kreis Ludwigsburg Besigheim.