Schadenfreude garantiert den Lacherfolg

Temporeich, witzig und ein wenig frivol: In der Lauffener Stadthalle spielte die Theatergruppe "Maskerade"

Von Ulrike Kieser-Hess

Die Theatergruppe "Maskerade" der Kreissparkasse hatte sich der Wilfried-Reinehr-Bearbeitung des alten Themas aus der "Pension Schöller" theatralisch angenommen und erzielte damit einen großen Lacherfolg. Unter dem Motto "Einer spinnt immer" ging die Posse am Samstagabend in drei Akten über die Bühne - temporeich, witzig und ein wenig frivol.

Um seinem Onkel Otto dessen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, endlich mal eine "Irrenanstalt" von innen zu sehen, beschließen sein Neffe Ottfried und dessen Freundin Siglinde, ihn einfach mal in der Pension von Tante Lieselotte unterzubringen, wohnen dort doch ihrer Meinung nach genug "Verrückte". Da ist zum Beispiel der Major der Heilsarmee, der nicht nur imaginäre Militärorchester dirigiert, sondern auch ein ganz besonderes Faible für Duelle hat, "mit Pistolen und zehn Schritt Distanz".

Oder die aufdringliche Schriftstellerin Christine Frank mit ihrem angeblich "rein beruflichen Interesse" an allen Mitbewohnern, besonders den männlichen. Aber die Wit-

Auch Julius Ludwig, der Weltreisende, oder Ladislaus Locke, der Neffe, der gerne Schauspieler werden möchte, aber bei einer Liebesszene sein "L" verloren hat, vervollständigen die illustre Gesellschaft der spleenigen "Normalen". Ihr Verhalten wirkt durch die "Verrücktenbrille" von Otto allerdings schon sehr wunderlich und durchgeknallt.

Der Onkel hat dann auch bald nur noch einen Wunsch: "Holt mich hier raus."

Dass ihn die "Irren" auch in seinem normalen Leben mit Tante Lieselotte besuchen, treibt die Posseneskalation auf die Spitze und Onkel Otto fast in den Wahnsinn.

Tempo und Wortwitz sind gefragt bei dieser Komödie über die kleinen und großen Schwächen und Eitelkeiten der menschlichen Spezies. Die Maskerade-Darsteller unter der Regie von Gabriele Meyer setzten gekonnt auf diese zwei Elemente und jagten die Gags nur so über die Stadthallen-Bühne.

Kräftig unterstützt wurden sie dabei vom Publikum. Das wusste nämlich meist schon im Voraus, was dem armen Onkel droht. Aber da Schadenfreude ja bekanntlich die schönste Freude ist, war der Heiterkeitserfolg garantiert. Und schließlich war der gelangweilte Stenz ja irgendwie auch selber an allem schuld.

Die Mimen in Lauffen zogen alle Register des Chargierens und stürmten mit ungemein viel Spielfreude durch die unendlichen Verwicklungen und Verstrickungen. Wie schnell unsere so genannte und selbst eingeschätzte Normalität, aus einer anderen Sicht betrachtet, zur absoluten Lächerlichkeit oder "Verrücktheit" kippen kann, zeigt der Schwank mit glasklarer Sicherheit.

Der Schauspielerneffe konnte da am Schluss nur noch fatalistisch abwinken: "Das Schicksan nimmt jetzt seinen Nauf."