„Neckar zu den Menschen bringen“

Gemeinderat beschließt mehrheitlich Wettbewerb für Brücken- und Ufergestaltung

Von Claudia Schönberger

„Neckar zu den Menschen bringen“
Die Rathausbrücke wird abgerissen und neu gebaut, damit künftig auch größere Schiffe hindurchfahren können.Foto: Archiv/Dirks

Lauffen - Die Stadt Lauffen wird im Jahr 2008 einen planerischen Wettbewerb ausschreiben, der vier Bereiche beinhaltet: den Neubau der Rathausbrücke, die Gestaltung des Neckarufers und der alten Neckarbrücke sowie den Bau eines Fußgängerstegs von der Regiswindiskirche zur Rathausinsel. Das kostet voraussichtlich 92 800 Euro, davon übernimmt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) 35 500 Euro.

Das WSA will in den kommenden Jahren den Neckar zwischen Heidelberg und Stuttgart für Schiffe von 135 Metern Länge ausbauen. Aus diesem Grund muss nicht nur die Schleusenanlage in Lauffen verändert, sondern auch eine neue Rathausbrücke gebaut werden.

Untersuchung Die Hölderlinstadt nutzt diese Gelegenheit zu einer umfassenderen Untersuchung rund um den Neckar. Charakteristisch für Lauffen ist die Trennung in drei Gebiete: das Dorf, das Städtle und das Dörfle. Dorf und Stadt werden seit jeher durch den Fluss getrennt, seit 1474 (Einsturz 1529, Wiederaufbau 1532) verbunden durch die alte Neckarbrücke.

Die für die Innenstadt charakteristische Achse ist heute die Haupteinkaufsstraße, die Bahnhofstraße, die am Postplatz endet. Eine Verbindung zwischen Dorf und Städtle in Form eines Fußgängerstegs zwischen Rathausinsel und Regiswindiskirche könnte einen entscheidenden Beitrag für die Stadtentwicklung leisten, erklärte jetzt die Stadtbaumeisterin Claudia Seipel. Am Postplatz würde der Weg nicht mehr in einer Sackgasse enden, sondern künftig linear über die Rathausinsel und die Heilbronner Straße bis zum Heilbronner Tor fortgeführt werden. So könnte die Innenstadt von der historischen Altstadt profitieren.

Ein ähnliches Schattendasein führt momentan auch noch das Neckarufer. Eine Fußwegeverbindung zwischen Nord und Süd gibt es nicht. Mit der Kirchbergmauer schiebt sich vor den Spaziergänger ein unüberwindbares Hindernis.

Die alte Neckarbrücke und ein Beleuchtungskonzept für die Brücken und Ufer sollten ebenfalls mit in die Ausgestaltung der beiden Achsen Fluss (Nord/Süd) und Dorf-Städtle (Ost/West) miteinbezogen werden, schlug Claudia Seipel vor.

„Diese Visionen gehen dem einen oder anderen zu weit“, stellte Stadtrat Axel Jäger fest. Die CDU-Fraktion stimme dem Vorschlag der Stadtverwaltung jedoch zu, vorausgesetzt, sie sei im Einklang mit der Hochwasserplanung. „Die Freien Wähler haben schon sehr früh den Wunsch geäußert, die Hauptachse Neckar wieder zu den Menschen zu bringen“, erklärte Dagmar Zoller-Lang, die sich auch für den Tourismus einiges davon erhofft. „Wir unterstützen das Gesamtpaket“, so Zoller-Lang.

Synergien Zustimmung kam auch von Seiten der FDP. „Wenn man diese Synergieeffekte nutzt, dann glauben wir, dass das für die Stadt einen ordentlichen Vorteil bringen kann“, sagte Volker Schiedt. „Man kann sich das dann besser vorstellen.“ Ob die Pläne dann tatsächlich realisiert werden sollen oder nicht, darüber müsse zu gegebener Zeit entschieden werden.

Zweifel an der Notwendigkeit eines so weit reichenden Wettbewerbs äußerte Günter Gaida (SPD) angesichts der Tatsache, dass eine Umsetzung noch in den Sternen steht. Der Neubau der Rathausbrücke sei keine Frage, aber über die anderen Punkte könne man sich doch zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken machen. „Ich persönlich kann mir einen Steg von der Kirche zum Rathaus gar nicht vorstellen“, sagte der Stadtrat.

„Neckar zu den Menschen bringen“
Die Rathausbrücke wird abgerissen und neu gebaut, damit künftig auch größere Schiffe hindurchfahren können.Foto: Archiv/Dirks