Künftige Stärke liegt im Vertrieb

Lauffen/Mundelsheim  Lauffen/Mundelsheim - Die Lauffener Weingärtner haben sich bundesweit im Lebensmittelhandel längst etabliert, wollen allerdings im Fachhandel stark auftreten. Da macht die Fusion mit Mundelsheim viel Sinn.

Von Rolf Muth

Künftige Stärke liegt im Vertrieb

Bauen die starke Genossenschaft weiter aus: (von rechts) Uwe Schöttle, Ulrich Maile, Friedrich Fink, Dietrich Rembold und Michael Böhm.

Foto: Guido Sawatzki

Lauffen/Mundelsheim - Die Lauffener Weingärtner haben sich bundesweit im Lebensmittelhandel längst etabliert, wollen allerdings im Fachhandel stark auftreten. Da macht die Fusion mit Mundelsheim viel Sinn. 88 Prozent von 400 Mitgliedern stimmten im zweiten Anlauf für die Zweckehe mit der 15 Kilometer entfernten Nachbar-Genossenschaft. Laut Vorstandschef Ulrich Maile (Lauffen) ist der Katzenbeißer bundesweit der bekannteste Württemberger. Vor allem im Discount- und Lebensmittelbereich sind die Wengerter aus der Hölderlinstadt nicht mehr wegzudenken. Dabei misst Maile dem Schwarzriesling noch mehr Bedeutung zu als bisher. "Die Nachfrage ist kaum zu bedienen." Da kommen den Lauffener Strategen die Mengen aus Mundelsheim gerade recht.

Im Fachhandel, so erläutert Geschäftsführer Uwe Schöttle, nehme man die starke Präsenz im Lebensmittelhandel, etwa bei Rewe oder Edeka, übel. "Das hat auch kalkulatorische Gründe." Also muss ein neues Produkt her, das Lauffen nun ausschließlich im Fachhandel platzieren will. Das wird ein Tropfen aus Mundelsheim sein unter Mundelsheimer Namen mit Hinweis auf den Lauffener Abfüller.

Die Zusammenarbeit mit 13 Agenturen und rund 50 Mitarbeitern, die Lauffener Produkte im Discount platzieren, ist längst aufgebaut. Jetzt sollen sie laut Schöttle noch für den Fachhandel freigeschaltet werden. "Das ist die Synergie der Fusion."

Mitarbeiter werden an beiden Standorten nicht entlassen. Der Verkauf in Mundelsheim wird nicht aufgegeben, sondern mit dem neuen Namen "Käsberg-Kellerei" und neuen Zielen fortgeführt werden. Maile: "Wir wollen den Standort Mundelsheim als Weinkompetenzzentrum für Privatkunden und die Gastronomie ausbauen."

Mit einem Nettoumsatz von 22 Millionen Euro (17 Millionen Lauffen, fünf Millionen Mundelsheim), sieht Maile die fusionierte "Lauffener Weingärtner eG" mit ihren nun 1200 Mitgliedern gut aufgestellt. Sie ist mit 850 Hektar die zweitgrößte Genossenschaft in Württemberg − nach Heilbronn.