Funkmastgegner machen mobil

Pfaffenhofen - Viele Pfaffenhofener Bürger sind besorgt − und verärgert. Dass mitten im Ort, auf einem privaten Grundstück, ein 17,90 Meter hoher Mobilfunkmast errichtet werden soll (wir berichteten), wollen sie nicht hinnehmen.

Von Thomas Dorn

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Funkmastgegner Pfaffenhofen - Viele Pfaffenhofener Bürger sind besorgt − und verärgert. Dass mitten im Ort, auf einem privaten Grundstück, ein 17,90 Meter hoher Mobilfunkmast errichtet werden soll (wir berichteten), wollen sie nicht hinnehmen. Zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend übergab Stefan Wasserbäch, flankiert von rund 50 Mitstreitern, mehr als 250 Unterschriften an Bürgermeister Dieter Böhringer. Die Unterzeichner wehren sich gegen das Vorhaben des Mobilfunkbetreibers O2. Böhringer sagte zu, das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung am 31. März auf die Tagesordnung zu setzen.

Bedenken "Wir haben die Unterschriften innerhalb eines halben Tages gesammelt", berichtet Wasserbäch. Er ist einer der Sprecher der Initiative betroffener Anlieger, die den "exorbitant hohen" Funkmast in der Industriestraße verhindern will. Wegen möglicher gesundheitlicher Schäden durch Strahlung. Wegen des Wertverlustes der Grundstücke in der Umgebung. Wegen massiver Beeinträchtigung der Wohnqualität.

"Es muss möglich sein, einen anderen Standort zu finden", sagt Ralf Kühne. Auch er hat Unterschriften gesammelt und dabei nach eigenen Worten offene Türen eingerannt. "Die Leute wollen den Masten nicht", ist seine Erfahrung. "Und sie sind mit der Vorgehensweise der Gemeinde nicht einverstanden."

Dieser Punkt spielte auch in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats eine wichtige Rolle. "Seit wann sind Sie über die Absichten von O2 informiert, wann ist das Unternehmen auf Sie zugekommen?", wollte Rüdiger Marggraf vom Bürgermeister wissen. Er selbst hatte in Erfahrung gebracht, dass sich O2 in der ersten Hälfte vorigen Jahres zunächst mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung gesetzt hatte.

Nach Meinung Marggrafs "hätten bei einem Bürgermeister, der um das Gemeinwohl besorgt ist, sämtliche Alarmglocken läuten müssen". Immerhin gebe es in Kommunen der näheren Umgebung etliche Beispiele, wie Menschen auf den kommerziellen Ausbau des Mobilfunknetzes reagieren. Stattdessen sei Böhringer "monatelang auf Tauchstation gegangen", sagte Marggraf, der eine "offensive Informationspolitik" des Rathauses vermisst.

"Der Turm muss raus aus dem Dorf", forderte auch Stefan Stirm. Er wollte wissen, warum sich die Gemeinde keine Gedanken über Alternativstandorte gemacht habe. Stirm ist überzeugt: "Wenn man das mit dem Mobilfunk gewusst hätte, hätte der eine oder andere dort kein Grundstück gekauft."

Bekanntgabe

Dieter Böhringer hat nach eigener Aussage im Sommer 2009 von den O2-Plänen erfahren. Er habe den Gemeinderat dann unter "Bekanntgaben" informiert. Der Schultes betonte noch einmal, dass sich das O2-Vorhaben innerhalb eines geltenden Bebauungsplans abspiele. "Baurechtlich ist da vom Gemeinderat nichts zu entscheiden."

Die mögliche Suche nach Alternativstandorten ist für Böhringer nicht unproblematisch. "Es gibt immer eine Nachbarschaft", so Böhringer. Und der Gemeinderat sei angehalten, die gesamte Gemeinde zu sehen: "Es kann nicht Bürger erster und zweiter Klasse geben."



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