Diakonie und Kirche sollen noch mehr zusammenarbeiten

Herbstsynode des Evangelischen Kirchenbezirks Brackenheim: Weniger Einnahmen machen Einsparungen notwendig, aber die Aufgaben werden mehr

Von Pamela Barke

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Dies betonte die Synodalvorsitzende Heide Kachel gegenüber den 52 Synodalinnen und Synodalen, die sich im Brackenheimer Gemeindehaus zur Herbstsynode versammelt hatten. Dieter Reichert, Leiter der Kirchlichen Verwaltung und Geschäftsführer der Diakonie- und Sozialstation Brackenheim-Güglingen, bekräftigte, die Arbeit der Kirche sei Arbeit an und mit Menschen. Wie dafür im Jahr 2005 und mittelfristig Rahmenbedingungen geschaffen werden können, damit beschäftigten sich die Synodalen.

Einstimmig verabschiedet wurde der Etat mit einem Volumen von 645 920 Euro in Einnahmen und Ausgaben, zudem der Sonderhaushaltsplan des Diakonischen Bezirksausschusses von 375 955 Euro sowie jener der Diakonie-/Sozialstation Brackenheim-Güglingen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro.

Diese Summen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch drastisch sinkende Kirchensteuermittel die Geldsäckel aller Kirchenbezirke, Gemeinden und Werke drohen immer leerer zu werden. Darauf wies Rolf Seemann, Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle Heilbronn, hin. Schon jetzt müsse der Kirchenbezirk Geld aus den Rücklagen entnehmen.

Künftig sollen noch intensiver als bisher personelle Neu- und Wiederbesetzungen geprüft werden. Das Jugendwerk hat mit seiner Entscheidung, die frei gewordene Stelle der Jugendreferentin für ein Jahr auszusetzen, bereits deutlich zur Entlastung des Etats beigetragen.

Auch die Diakonische Bezirksstelle hat sich auf schmerzliche Änderungen einlassen müssen. Das berichtete Geschäftsführer Matthias Rose. Drastische Personalkürzungen mussten in der Dorfhelferinnen-/Familienhilfe hingenommen werden. Für ein Jahr ausgesetzt wird aus organisatorischen Gründen auch das Freizeitangebot "Urlaub ohne Koffer" für Senioren.

Räumlich ausgeweitet und auf Projektebene verlagert ist der Aufgabenbereich des Bezirksdiakons: Ab 2005 sollen Projektaufgaben im ganzen Kirchenbezirk übernommen werden, wie etwa ein Treff für Arbeitssuchende oder die Vernetzung von Konfirmanden- und Jugendarbeit in Massenbach-Massenbachhausen und Schwaigern.

Hohe Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Gesundheitsreform - was für viele Menschen zum Lebensproblem wird, wird für Kirche und Diakonie zunehmend zur Aufgabe, berichtete Rose. Dekan Dr. Werner-Ulrich Deetjen betonte: "Wir bleiben diakonisch präsent, gerade in der gegenwärtigen neuen Armuts-Situation." So sollen auch neue Impulse für die verstärkte Zusammenarbeit von Diakonie und Kirche aus dem für die nächsten Jahre geplanten Projekt "Diakonische Gemeinde" hervorgehen, ebenso aus dem Vorhaben in Brackenheim, "Solidare - Laden für Menschen".

Schuldekan Gerhard Ruhl erläuterte die Änderungen, die durch die Einführung des neuen Bildungsplans auch auf die Pfarrer zugekommen sind. Vordringliche Aufgabe sei es, Lehrer wie Schüler sprachfähig zu machen in Glaubensfragen. Der gesellschaftliche Wandel stelle hohe Anforderungen an die Lehrkräfte. Die ganze Kirche solle sich von der Fixierung auf das klassische Familienbild und die klassische "Kerngemeinde" lösen und sich auf den Weg zu bewusst familienfreundlichen, offenen Gemeinden machen. Die Synode begrüßte deshalb auch besonders den neu eingerichteten Dienst eines "Bezirksfamilienpfarrers", den Pfarrer Ulrich Dewitz aus Niederhofen wahrnimmt.