„Wir brauchen Leute, die anpacken“

Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins feierte ihren 100. Geburtstag

Von Gabi Muth

Landrat-Stellvertreter Lutz Mai (links) überreichte Vereinschef Albert Haas die Eichendorff-Plakette zum 100. Geburtstag der Albvereins-Ortsgruppe.Foto: Gabi Muth

Schwaigern - Umweltschützer, die reden, gibt’s genug – was wir brauchen sind Leute, die anpacken und handeln“, betonte Lutz Mai, Erster Landesbeamter im Heilbronner Landratsamt, bei der Jubiläumsfeier des Schwäbischen Albvereins (SAV), Ortsgruppe Schwaigern. In Vertretung von Landrat Detlef Piepenburg verlieh Mai dem Verein zum 100. Geburtstag die Eichendorff-Plakette. Die Jagdhornbläsergruppe vom Hegering Leintal eröffnete den Abend musikalisch. Wolfgang Peter Haas führte durchs Jubiläumsprogramm.

21 Schwaigerner Bürger gründeten 1908 die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, berichtete Vereinschef und Vertrauensmann Albert Haas in seinem Rückblick. Heute, hundert Jahre später, zählt der Schwaigerner Verein 108 Männer und Frauen.

Wertbeständig „Hundert Jahre einen Verein am Leben zu halten, ist etwas, was gegen den heutigen Trend läuft“, bemerkte Bürgermeister Johannes Hauser in seinem Grußwort, das Louise Engel auf dem Cello sowie Lea Sophie und Armin Kesel von der Musikschule Schwaigern auf der Violine und dem Klavier musikalisch umrahmten. Der Schwäbische Albverein sei etwas Wertbeständiges, seine Aktionen lägen dennoch im Trend. Hauser: „Es geht zurück zu den Wurzeln, zur Natur, zu schönen Wanderungen, zum Wein und zum Genuss regionaler Produkte.“ Der Verein mache den Menschen die Heimat erfahrbar. So misst das ausgeschilderte Wanderwegnetz rund um Schwaigern insgesamt 33 Kilometer. Als besondere Leistung würdigte der Stadtchef den Waldlehrpfad, den die Schwaigerner Ortsgruppe im Stadtteil Stetten eingerichtet hat.

Die Schwaigerner Albvereinler habe mit dazu bei getragen, dass der größte europäische Wanderverein zwischen Taubergrund und Bodensee, Schwarzwald und Ries mit Gruppen in 600 Städten und Gemeinden auf insgesamt 112 000 Mitglieder angewachsen sei, betonte Annimarie Hirschbach vom SAV-Hauptvorstand. „Wanderfreunde leben für die Natur und mit der Natur. Und nur wer die Heimat kennt, wird sie auch schätzen.“

Nach hundert Jahren sei die Schwaigerner Ortsgruppe noch immer lebhaft, agil und in guter Verfassung, meinte der Vorsitzende des Heilbronner Gaus, Rolf Kaelble. Die Zeiten haben sich verändert und der Schwäbische Albverein müsse sich den Anforderungen von heute stellen. Kaelble: „Wir sind ein Verein, der sich an der Zukunft orientiert, aber doch die Vergangenheit nicht vergisst.“

Vorbild Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Eichendorff-Plakette durch Lutz Mai. Der Liederkranz Schwaigern umrahmte den feierlichen Akt mit Heimatmelodien. Mai: „Mit dieser Plakette möchte Ihnen der Staat danke sagen für viele Leistungen in vielen Jahren.“ Zahlreiche Aktivitäten für Gruppen, Familien oder Senioren, verbunden mit Wanderungen im Ausland, aber auch in der Heimat, gehörten zur Tradition des Vereins. „Auch in punkto Pflege und Förderung des Umweltbewusstseins sind Sie ein Vorbild.“

Zielgruppe Der Bau von Trockenmauern, das Anlegen des Waldlehrpfades oder die Teilnahme am Kinderferienprogramm zeugen davon. Gerade die Kinder seien für die Förderung des Umweltbewusstseins eine ganz wichtige Zielgruppe.