Mit den Bands kuscheln

Bei der Kneipennacht ziehen Hunderte Besucher durch die Altstadt

Von Simon Gajer

Mit den Bands kuscheln
Ist im M 2 für die Unterhaltung zuständig: Die Band Electric Animals stimmt Rock- und Blues-Coverstücke an.Fotos: Simon Gajer

Eppingen - Die Kneipennacht ist zum Selbstläufer geworden. Hunderte Besucher schlendern am Samstag zwischen den Bühnen umher. Blues, Rock, Karaoke: In Bars und Kneipen ist so ziemlich für jeden Musikgeschmack etwas geboten. Den ganz Mutigen gehört wie jedes Jahr das Mikrofon im Ahnenkeller der Palmbräu: Karaoke − für Organisator Martin Meinzer ist das fast schon ein Muss, wenn er nach Eppingen kommt.

Auf engem Raum Der Reiz des Festivals wird schnell klar. Musiker und Besucher sind sich so nah wie wohl selten. Raum für einen guten Auftritt ist selbst in kleinsten Kneipen, das wird beispielsweise im Andys deutlich, wo sich das Trio Cherry Red an die Wand kuschelt. Oder im Havana, wo Sänger Marco Kasseckert die Gäste zum Mitsingen anspornt. Viel Aufforderung ist dafür nicht nötig, bei "American Pie" wippen und klatschen viele mit.

Spring rocken erneut im Labbaduddl-Zelt bei der Stadtbahn-Haltestelle West mit Michael Jacksons "Beat it". Und bei Robbie Williams "Let me entertain you" ist Sänger Mike Beckers kaum zu bremsen. Unterdessen gönnen sich im M 2 die Mitglieder der Rock- und Pop-Coverband Electric Animals eine kurze Pause, was der Stimmung in der gut gefüllten Kneipe keinen Abbruch tut. Besucher schieben sich an der engen Tür aneinander vorbei. Ein Kommen und Gehen prägt den Abend. Raus aus dem Proberaum: Das macht für Electric-Animals-Schlagzeuger Sascha Jakob den Reiz aus. Der Musiker schmunzelt, denn er spielt eigentlich noch bei Arrowhead mit. "Heute bin ich mit meiner eigenen Band hier", sagt er. "Arrowhead muss ohne mich auskommen."

Die Bandbreite: Härterer Rock mit der sechsköpfigen Formation Prankster im Multi-Kulti; Cover-Rock im Gewölbekeller mit Croco; und bei Kuhmann genügen Gitarre plus Gesang des Duos Wulli gegen Willi, um für gute Unterhaltung zu sorgen. Für die Not Guilty Band im Café Geier ist die Kneipennacht ein Heimspiel. Sie ist zum wiederholten Mal dabei und bereut es nicht. Fans kommen immer wieder, man kennt sich. "Das ist eine Bestätigung dafür, was wir machen", sagt Jürgen Werner, der mit der Gruppe diese Woche übrigens in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd spielt. In Eppingern präsentiert Not Guilty Neues. Sängerin Rosanna Christ steht vor ihrer Premiere, Felix Mähner bringt sich mit seinem Didgeridoo in den Blues-Rock ein. So wie die Besucher bei der Kneipennacht wechseln, so möchten sich auch die Musiker wandeln. "Immer nur das Gleiche zu spielen, wird langweilig", sagt Werner.

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Im Havana: Martin Mack (links) und Marco Kasseckert von Arrowhead.
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Gute Musik ohne viel Schnickschnack: Thomas Wullschläger.
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Seit 1987 im Geschäft: Die Formation Croco tritt im Gewölbekeller auf.