Die Sonne des Lebens erwacht

Fulminantes Benefizkonzert "Aurora" zugunsten krebskranker Kinder

Von Stefanie Pfäffle

Die Sonne des Lebens erwacht
Ein farbenfrohes Musik- und Schauspielerlebnis boten die Schüler beim Benefizabend in der voll besetzten Horst-Haug-Halle.Foto: Stefanie Pfäffle

Schwaigern - Die Worte der Viertklässlerin Sofia berühren nicht nur Günter Zielke, den Vorsitzenden des TSV Stetten. "Die kranken Kinder sollen wissen, dass wir ihnen helfen wollen, nicht die Hoffnung zu verlieren, wieder gesund zu werden. Ich mache das mit Stolz und gutem Gefühl", liest er aus dem Programmheft vor. Ein halbes Jahr lang haben die Viertklässler der Grundschule Stetten und die Zehner der Werkrealschule fleißig geprobt, um die Klänge des Musikstücks "Aurora" in Bewegung umzusetzen.

Viel Einsatz All die Arbeit gipfelte in einer Benefizveranstaltung mit dem sinfonischen Jugendblasorchester (SJBO) der städtischen Musikschule Heilbronn zugunsten von "Sport und Therapie für Kinder mit und nach Krebs" beim TSV in der voll besetzten Horst-Haug-Halle. "Wir wirken alle gemeinsam bei dieser Benefizidee, sonst wäre sie nicht möglich gewesen", betont Irene Schnabel, Rektorin der Grundschule Stetten.

Es wird ein abwechslungsreicher, von Christoph Schulz koordinierter Abend. Die Professionalität des Orchesters von Dirigent Marc Lange beeindruckt zum Auftakt des Konzerts bei einer Suite aus "Abdelazer and The Double Dealer" von Henry Purcell, das mit starkem Klang die gesamte Halle füllt. Große Augen bekommen viele Zuschauer ob der Leistung von Christian Herrmann am Marimbaphon, dessen vier Schlägel in wahnwitzigem Tempo unter der Begleitung der anderen Musiker bei einem Concerto von Ney Rosauro über die Klangflächen wirbeln.

Die Zehntklässler beteiligen sich trotz des gerade abgeklungenen Prüfungsstresses nicht nur an "Aurora" selbst, sondern bringen auch eine spannende Percussionperformance mit verschiedenen Schlaginstrumenten auf die Bühne. Langsam baut sich der Rhythmus auf, den Leiter Frank Hiller vom Publikum klatschenderweise aufnehmen lässt. Ein großes Klangerlebnis, das tatsächlich auf ein Zeichen hin von allen gleichzeitig beendet wird. Mit der Schulband der Werkrealschule, die gemeinsam mit den Grundschülern "Geboren um zu leben" singt, geht es in die Pause.

Die Spannung im Publikum steigt weiter an, denn eigentlich war alles bisher nur Vorgeplänkel, wenn auch hochwertiges und wohlklingendes, auf den Höhepunkt des Abends: Aurora von Thomas Doss. Es geht um die Göttin der Morgenröte, die immer wiederkehrt und das Leben erweckt. Doss vereint die Vorstellungen des Sonnenaufgangs aus verschiedenen Kulturen zu einem klanglichen Gesamtwerk mit unterschiedlichen Einflüssen. Dr. Gabriele Czerny und Martha Boadi von der pädagogischen Hochschule Ludwigsburg setzten die Musik mit den Schülern in Szenen um.

Höchster Beifall Die Kinder in Blau liegen auf der Bühne. Sie bewegen sich und sinken zu den ersten Klängen wieder ab. Drei starke Männer in Braun bedrohen das neue Leben und bedecken alles mit einem braunen Tuch. Drei junge Damen in leuchtendem Gelb gehen als Sonne auf, wecken die anderen Darsteller, die sich auf der Bühne verteilen. Die Elemente finden in Pyramiden zusammen und als die Musik Tempo aufnimmt, bekämpfen sich die Werkrealschülerinnen mit Stöcken. Dann bevölkern Vögel die Erde, das Leben erwacht erneut und verehrt die aufgehende Sonne. Ständig ist Bewegung auf der Bühne. Manchmal hektisch, dann wieder in Zeitlupentempo finden alle ihre Plätze und strahlen um die Wette, als sie ihre verdienten "Standing Ovations" entgegen nehmen.