Dem Randsport zum Zug verhelfen

Schwaigern - Ein Schachbrett hat wie viele Felder?", fragt Uwe Single, der zweite Vorsitzende der Schachfreunde Schwaigern, in die Runde. Der zwölfjährige Dennis meldet sich mit der richtigen Antwort: "64." Zusammen mit vier anderen Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren lernt er im Kinder-Anfänger-Schachkurs die Grundlagen des Spiels.

Von unserer MitarbeiterinAngelika Bohn

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Turm, Springer oder Dame: Nachwuchs-Schachspieler lernen, die Figuren richtig aufzustellen. Foto; Angelika Bohn

Schwaigern - Ein Schachbrett hat wie viele Felder?", fragt Uwe Single, der zweite Vorsitzende der Schachfreunde Schwaigern, in die Runde. Der zwölfjährige Dennis meldet sich mit der richtigen Antwort: "64." Zusammen mit vier anderen Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren lernt er im Kinder-Anfänger-Schachkurs die Grundlagen des Spiels.

Auf dem großen Schachbrett an der Wand erklärt Single die Linien von A bis H und die Reihen von eins bis acht: "Beim Spiel werden die Züge aufgeschrieben, und da hat jedes Feld einen Namen." Er tippt auf das Brett. "A8, B4, E6", antworten die Jungen.

Sinnvoll

"Ich finde es wichtig, dass man Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gibt", sagt Single. "Ich denke, dass das Schachspiel die Kinder dazu anleitet, sich zu konzentrieren, und dass es das logische Denken fördert." Zum dritten Mal seit der Gründung des Klubs im Dezember 2009 bieten die Schachfreunde Schwaigern Kurse für den Nachwuchs an. "Der große Stamm an Mitgliedern ist noch nicht da", weiß Single. "Es geht eben nur weiter, wenn man Jugendarbeit betreibt." Von den zehn Teilnehmern des vergangenen Anfängerkurses seien acht in den Verein eingetreten, erzählt der Schachspieler. Die Zahl der anfänglich zehn Mitglieder ist inzwischen auf 44 angewachsen, davon sind 30 aktive Spieler.

"Weiß jemand wie man die Figuren aufstellt?" Dennis kommt nach vorne und klebt die weißen Schachfiguren an das Wandbrett. Die beiden Türme in die Ecken, dann die anderen Figuren dazwischen. Alles stimmt, nur Dame und König müssen die Plätze tauschen. Single hilft mit einem Merkspruch: "Weiße Dame weißes Feld, schwarze Dame schwarzes Feld."

Manuel (11) klebt die schwarzen Figuren an, der zehnjährige Lars die Bauern. Dann geht es ran ans eigene Brett. Die Figuren des zwölfjährigen Sandro stehen im Handumdrehen. Ganz unbekannt ist ihm das Spiel nicht. "Mein Vater spielt auch Schach", erzählt der Junge. "Wir wollten mal ein anderes Spiel spielen, nicht immer ,Mensch ärgere dich nicht", und dann hat er es mir beigebracht."

Dennis, Manuel, Sandro und Lars haben bereits ein Schachbrett zu Hause. Der achtjährige Can bekommt bald eins zum Geburtstag geschenkt. Schach sei ein Randsport und meistens das zweite oder dritte Hobby, bedauert Single. Ganz anders sei es in Osteuropa: "Da hat Schach nach wie vor eine andere Akzeptanz. In Russland ist es normal, dass man Schach spielt."

Doch nicht nur das Spielen wird bei den Schachfreunden Schwaigern groß geschrieben, auch die Geselligkeit. Jedes Jahr gibt es ein Grillfest, eine Winterfeier und auch mal ein Meisterfest.

Anfängerkurs

Die fünf Jungen räumen ihre Figuren wieder vom Brett, nur der König bleibt stehen. Single erklärt zuerst, wie der König fährt, dann die Königin. Für den Anfängerkurs ist kein Enddatum festgelegt. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass es Sinn macht, zu wiederholen und langsam zu machen", sagt der Vereinsfunktionär.

"Das kommt den Kindern am Anfang langweilig vor, aber ohne Gerüst kann man nicht spielen." Machen die Jungen ihre Sache gut, können sie Anfang des nächsten Jahres ihre Prüfung zum Bauerndiplom ablegen. Dann allerdings im Mehrzweckraum der Alten Kelter in Schwaigern, in den die Schachfreunde voraussichtlich im Frühjahr umziehen werden.