Chaos am Hochzeitsmorgen

Theatergruppe Maskerade begeistert in der Ballei − Am Samstag auch in Schwaigern zu sehen

Von Stefanie Pfäffle

Chaos am Hochzeitsmorgen
Nein, gemütlich ist Judys (Sandra Wakunda) Hochzeitsmorgen wahrlich nicht. Ihr Vater (links, Ralf Andraschek) dreht vollkommen durch.Foto: Stefanie Pfäffle

Neckarsulm - Ein halluzinierender Brautvater, ein verwirrter Opa und ein vollkommen verärgerter Schwiegervater in spe − nein, so hat sich Judy Westerby (Sandra Wakunda) die letzten Stunden vor ihrer Trauung nicht vorgestellt. Was so kurz vor knapp alles schief gehen kann, zumindest wenn man die Fantasie eines englischen Autorenduos hernimmt, zeigte die Unterländer Theatergruppe Maskerade höchst amüsant mit dem Stück "Und das am Hochzeitsmorgen" von Ray Cooney und John Chapman in der Neckarsulmer Ballei.

Schwarze Socken Die Situation: Es ist der Morgen von Judys Hochzeit mit Nicholas Babcock. Während sie bereits ihr tülliges Kleid trägt, irrt ihr viel beschäftigter Vater (Ralf Andraschek) noch durch London, um die letzten Ansteckblumen und schwarze Socken für Dr. Gerald Drimmond, Judys Opa (Harald Fabriz), zu besorgen. Das mit den Socken ist einer der vielen immer wieder kehrenden Witze des Stücks. Mal trägt er keine, dann werden sie geringelt und blau, bis er schließlich mit einem blauen und einem grünen Strumpf über die Bühne rennt. Zum Schießen ist es, wenn Fabriz in gelungener Darbietung leicht verwirrt Namen verwechselt und sich dennoch königlich über die Eskapaden seines Schwiegersohnes amüsiert.

Der sieht nämlich nach einem Schlag auf den Kopf plötzlich ein Charlestongirl namens Polly Perkins (Annette Moll), die lebendig gewordenen Schaufensterpuppe, die er für seine Büstenhalterkampagne verwenden wollte. Die flirtet so heftig mit ihm, dass er sich Hals über Kopf in seine Fantasie verknallt. Überzeugend, wie Andraschek zwar einerseits immer verrückter, sein Gesichtsausdruck aber immer seliger wird.

Leider hat das Stück an dieser Stelle einige Längen. Hier bewegt sich die Geschichte lange nicht vorwärts, auch wenn die Darsteller mit noch so viel Engagement und Witz dagegen anspielen. Erst beim zweiten Schlag kommt wieder Leben in die Bude, und eine glückliche Hochzeit rückt in weite Ferne.

Minenspiel Ein Hingucker ist Andreas Adam als Timothys Geschäftspartner Bill Shorter. Sein exzessives Minenspiel erinnert an die alten Schwarz-Weiß-Klassiker mit Peter Alexander und Co. Zu Lachen gibt es jedenfalls reichlich bei dieser Inszenierung, und den Szenen- und Schlussapplaus haben sich die Darsteller redlich verdient.

An diesem Samstag, 20. März, tritt die Theatergruppe Maskerade um 19.30 Uhr auch in der Schwaigerner Frizhalle auf. Diese Veranstaltung ist allerdings bereits ausverkauft.