Chance für soziales Engagement

Schwaigern - Audi-Azubis helfen eine Woche lang beim Bau des Stettener Sportparks

Von Stefanie Pfäffle

Schwaigern - Sorgfältig streicht Stefan Haas (18) seine Ecke der kleinen Blockhütte mit grauer Farbe ein. Drei seiner Kollegen beschäftigen sich gerade ebenfalls mit dem zweiten Anstrich der Frontseite. Bereits zu Anfang der Woche hatten sie das gute Stück mit vereinten Kräften und unter der fachlichen Anleitung eines Mitarbeiters der Herstellerfirma aufgebaut. "Körperlich war das schon anstrengend, aber durch die Hilfe vom Profi ging es ganz gut", erzählt der angehende Werkzeugmechaniker. Wie seine zwölf Kollegen lernt er bei Audi in Neckarsulm, aber in dieser Woche trieben sie in ihrer sozialen Projektwoche die Arbeiten im Sportpark Stetten voran.

Seit Jahren schon absolvieren alle Auszubildenden des Neckarsulmer Werks eine solche Woche am Ende ihres zweiten Lehrjahres. "Die Lehrlinge sollen bei uns auch einmal etwas anderes machen als nur in der Werkstatt zu stehen", erklärt Trainer Michael Heuser. Sie sollen sich sozial engagieren, mal was anderes sehen und sich dadurch auch persönlich weiterentwickeln.

Grünes Licht

Durch Stefan Haas kam der Kontakt nach Stetten zustande, denn sein Vater Jürgen plant die Anlage. "Dadurch kamen wir auf die Idee, unser Projekt bei Audi vorzustellen und bekamen relativ schnell grünes Licht", erzählt der Landschaftsarchitekt. Der Sportpark von TSV und TC Stetten, in dem bereits ab Juni Kinder nach Krebs wieder zurück ins Leben finden sollen, kam bei der Kommission gut an und erspart den Machern jede Menge Geld. "Das sind alles Dinge, die händisch erledigt werden müssen, also mit Stundenlohn zu Buche schlagen", erläutert der TSV-Vorsitzende Günter Zielke.

Die Aufgaben, die auf die jungen Männer warteten, waren vielseitig. Torwand und Blockhütte aufbauen, das Vereinsheim des Tennisclubs neu streichen, Sitzbänke abschleifen und mit neuer Farbe versehen, Rollrasen verlegen und zum Schluss noch beim Aufbau der Sportgeräte helfen. "Das ist wirklich eine Bombentruppe, die suchen sich Arbeit und sind voll motiviert", freut sich Zielke.

Reibungslos

Dafür war selbstverständlich auch eine gute Vorplanung notwendig. Ablauf- und Materialpläne mussten erstellt werden, damit alles reibungslos funktioniert. Helfer beider Vereine kümmerten sich um die Jungs, sorgten mit Grillen oder einem Besuch in der Gaststätte für ausreichend Verpflegung. Wegen der guten Betreuung war Heuser kaum vor Ort. "Die Betreuer sind ausschlaggebend: Wenn die Jungs nur als Handlanger gesehen werden, verlieren sie schnell die Motivation." Das sei hier absolut nicht der Fall gewesen.

Im Gegenteil, die Werkzeugmechaniker sind auch am vierten Tag noch mit voller Tatkraft am Werk. Vier von ihnen haben zwischen den Tennisplätzen acht Zentimeter Erde abgetragen und verteilen jetzt zum Ausgleich Sand. Noch eine Schicht Humus, und dann folgt der Rollrasen. "Es ist mal was anderes als immer nur in der Halle zu stehen", findet Timo Antlitz (18), und Manuel Maier (17) hebt den sozialen Zweck hervor. "Es macht wirklich Spaß, auch wenn es körperlich schon anstrengend ist."

Stefan Haas findet außerdem, dass das Team durch die gemeinsame Arbeit weiter zusammenwächst. "Viele haben sonst vielleicht nicht die Gelegenheit, sich sozial zu engagieren, da ist das hier schon eine besondere Erfahrung."