Aufsichtsrat stellt rechtzeitig die Weichen

Vorstandswechsel bei der Volksbank im Unterland − Leiß folgt auf Dolch

Von Rolf Muth

Aufsichtsrat stellt rechtzeitig die Weichen
Im Vorstand der Volksbank bahnt sich ein Wechsel an. Siegfrid Dolch (Mitte) wird im Juni 2011 in den Ruhestand gehen. Als Nachfolger bestellt der Aufsichtsrat Jürgen Leiß (rechts) an die Seite von Vorstandssprecher Siegfried Seitz.Foto: Dennis Mugler

Schwaigern/lauffen - Jürgen Leiß, prächtig aufgelegt, lässt nichts anbrennen", schreibt der Vereins-Chronist des FC Kirchhausen über das erfolgreiche Tischtennis-Match gegen den FC Oberes Zabergäu. Der 43-Jährige ist nicht nur für seinen Club eine sichere Bank. Während die Sportskanonen in der Bezirksklasse auf die schnelle Vorhand des 43-Jährigen bauen, schätzen die Privat- und Firmenkunden der Volksbank im Unterland (VBU) Leiß" geschicktes Händchen für sichere, risikofreie Geldanlagen.

Der 14-köpfige Aufsichtsrat des Kreditinstituts mit Sitz in Schwaigern sowie acht Filialen im Zabergäu und Leintal bestellt Jürgen Leiß mit Wirkung zum 1. April 2011 als Nachfolger von Siegfrid Dolch in den Vorstand der Volksbank. Gemeinsam mit Siegfried Seitz aus Güglingen steht der Kirchhausener dann an der Spitze der zweitgrößten Volksbank im Kreis (siehe Hintergrund). Der 62-jährige Dolch wird Ende Juni verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat also rechtzeitig die Weichen gestellt.

Fachwissen Vorstandssprecher Siegfried Seitz lobt den neuen, sympathischen Kollegen an seiner Seite: "Er arbeitet sehr solide, hat ein breites Fachwissen." Nach außen und innen genieße er hohes Ansehen. Jürgen Leiß ist ein Eigengewächs dieser Volksbank. Der Vater von zwei Töchtern hat dort 1983 die Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen und die bewegte Geschichte des Geldinstituts erlebt:

1992: Fusion der Volksbanken Schwaigern und Leingarten zur Volksbank Schwaigern-Leingarten. Bereits ein Jahr davor verschmolz die Lauffener Volksbank mit der benachbarten Voba in Nordheim.

1997: Fusion dieser beiden Institute in Zabergäu und Leintal zur Volksbank im Unterland.

2002: Die Neckarwestheimer Volksbank folgt in den Verbund. Siegfried Seitz erinnert sich, dass man über 30 Jahre lang immer wieder versucht hatte, diese Bank ins Boot zu holen.

Leiß hat seit 2001 Prokura. Seit 2006 gehört er der erweiterten Geschäftsführung an. Er wird mit Seitz einer Bank mit 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorstehen. Einem Haus, das eine Bilanzsumme von rund 721,5 Millionen Euro ausweist, 227,9 Millionen Euro mehr als nach der Fusion 1997 zur Volksbank im Unterland. Die Zahl der Mitglieder ist in diesen 13 Jahren um über 4000 gewachsen.

Aufgabenbereiche Leiß wird zuständig sein für das gesamte Firmen- und Privatkundengeschäft, inklusive dem Wertpapiergeschäft und dem Vermögensmanagement. Seitz verantwortet die Referate Gesamtbanksteuerung und Überwachung inklusive Personal, Revision und Sachbearbeitung. Weiterhin ist er als Vorstandsvorsitzender zuständig für die Koordination der Vorstandsarbeit und die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Seitz ist Mitglied im Verbandsrat des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes und des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Siegfrid Dolch hat das Bankwesen noch erlebt, als das Thema EDV noch keines war. Nach 48 Jahren als "Banker" wird der Nordheimer in den Ruhestand gehen. Damals gab es noch das Warengeschäfte bei den Volksbanken. Dolch verkaufte auch Dünger und Saatgut. Die bargeldlose Lohnzahlung durch die Arbeitgeber steckte noch in den Kinderschuhen. Schnee von gestern.

Das Filialgeschäft ist Seitz so wichtig wie die Kundenbetreuung zuhause. Doch will die Bank nicht jene aus den Augen verlieren, die in Zeiten zunehmender Mobilität etwa in St. Gallen studieren oder in Hamburg arbeiten. "Internet-Filiale" heißt das Stichwort.