Kreuzigungsgruppe in neuem Glanz

Sandsteinfiguren in Neudenau wurden saniert: Heimatverein trägt beträchtlichen Teil der Kosten

Von Rudolf Landauer

Kreuzigungsgruppe in neuem Glanz
Aufwändig restauriert erstrahlt die Skulpturengruppe am Neudenauer Lindenplatz in neuem Glanz. (Foto: Rudolf Landauer)

Der Zahn der Zeit nagte an dem Stein und drohte das Kulturdenkmal zu vernichten. Ruß, Staub und Abgase sind nun mal die Feinde alten Sandsteins.

Jetzt erstrahlen in Neudenau der gekreuzigte Jesu, die Schmerzensmutter Maria und der heilige Johannes zu seinen Füßen in neuer Würde. Restaurator Georg Schmid hat eine sehr gute Arbeit gemacht , lobten Wilfried Straßer und Dieter Ederle.

Obwohl das Landesamt für Denkmalpflege einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Gesamtkosten zusagte, bleiben dem Heimatverein vermutlich mehr als 15 000 Euro an Finanzierung, die er jetzt aufbringen muss. Das ist sehr viel Geld für unseren Verein , findet Wilfried Straßer.

Er und seine Mitglieder hoffen jetzt, dass sich Neudenauer und auch andere Kulturfreunde ein Herz fassen und durch Spenden den Betrag reduzieren. Schließlich handele es sich um ein herausragendes Kulturgut, das allen Menschen gehöre, meinen Wilfried Straßer und Dieter Ederle.

Wie Wilfried Straßer recherchierte, stand die Gruppe einst weiter vorne am Stadtzugang. In den Kriegsjahren 1870/71 hat der Neudenauer Lammwirt Franz Theodor Merckle der Gruppe eine Nische spendiert. Ein reger Schriftverkehr zwischen Stadt und katholischem Stiftungsrat um 1901 belegt, dass die Besitzverhältnisse nicht geklärt waren.

Auch das genaue Datum der ersten Errichtung liegt noch im Dunkeln. Unklare Datierungen und Quellenangaben schaffen Verwirrung. So schreibt der frühere katholische Pfarrer Fridolin Mayer: Aus dem Stil ergibt sich als Zeit der Entstehung etwa 1580 bis 1600.

Der bekannte Kunsthistoriker Adolf von Oechselhäuser vermerkte 1906 dagegen: Am Lindenplatz eine Kreuzigungsgruppe aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts . Straßer fand eine Weinrechnung von 1676. Item In und Nach uff schlagung Der Linden gebäw ist ahn Wein uffgangen: 4 maß . Straßer mutmaßt daher, dass es ein Holzdach über der Gruppe gab.

1716 gab es den ersten Beweis einer Kreuzigungsgruppe. Der Amorbacher Bildhauer Georg Schmicht hat damals diverse Reparaturen erledigt. Unter anderem: einen Arm ahn das St. Joannis bildnüß ahn der Linden Verarccordiert und (be) Zahlt . Wenn der Johannes unter dem Kreuz erwähnt wird, dann ist auch Maria dabei, meint Straßer. Übrigens: Die Restauratoren haben bei ihrer Arbeit genau diese 1716 reparierte Stelle am Arm des Johannes entdeckt.