Verantwortung für die Gesellschaft

Pater Anselm Grün bei Neujahrsempfang der Kiwanis − Spende über 10 000 Euro

Von Ute Plückthun

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Verantwortung für die Gesellschaft
Gräfin und Graf zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee mit Sohn geben sich mit Pater Anselm Grün und Kiwanis-Präsident Andreas Drexler die Ehre.Fotos: Ute Plückthun

Möckmühl - Elegante Leuchtkegel zeigten den Weg zur Festscheune: Zum Neujahrsempfang der Kiwanis versammelten sich knapp 400 Mitglieder aus der Region Heilbronn in diesem Jahr beim Club in Möckmühl. Auf Schloss Assumstadt zeigte sich Präsident Andreas Drexler über den großen Ansturm erfreut: "Ursprünglich hatten wir mit 250 Anmeldungen gerechnet." Immerhin hatte sich ein prominenter Redner angekündigt: Pater Anselm Grün sprach zum Thema: "Die Kunst, erwachsen zu werden."

Große Ehre Aus elf Clubs von Eppingen bis Möckmühl und Künzelsau besteht die Division 18. Dass sich der junge Möckmühler Club in den sieben Jahren seines Bestehens durch etliche Veranstaltungen und Geldspenden für Projekte zugunsten von Kindern "im Jagsttal einen Namen machen" konnte, erfüllte Hausherr und Gründungsmitglied Graf Hubertus zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee mit Freude.

Auch Bürgermeister Ulrich Stammer lobte die Kiwanis. Der Club habe sich durch seine Beteiligung an Veranstaltungen wie dem Stadtlauf und dem Lichterglanz oder durch die Ausrichtung des Musikfestivals als "eine der Perlen" im Jagst- und Seckachtal" erwiesen.

Als "meistgelesenen christlichen Autor der Gegenwart" kündigte der Präsident Pater Anselm Grün an. Passend zum Motto der Möckmühler Kiwanis 2011 referierte der 66 Jahre alte Mönch und Cellerar der Benediktiner-Abtei Münster-Schwarzach über die "Kunst, erwachsen zu werden" und griff dabei auf den Erfahrungsschatz seiner seelsorgerischen Tätigkeit zurück.

Die Tendenz zur Weigerung, erwachsen zu werden, interpretierte er als Weigerung zu leben. Als Gründe für die Verstärkung der infantilen und narzistischen Züge in der zum alternden Riesenbaby neigenden Gesellschaft machte er unter anderem das häufige Fehlen einer Vaterfigur aus, die den Rücken stärke und den Aufbruch in die Welt forciere.

Viele vermieden es, Verantwortung zu übernehmen und lebten in einer übersteigerte Erwartungshaltung in Verbindung mit Schuldzuweisungen. Für ein erfülltes Leben seien Erlebniswerte wie die Gemeinschaft in Jugendgruppen oder fröhliches Feiern sowie Aktivität und Kreativität ebenso erforderlich wie die Einstellung, seinem einmaligen Leben trotz misslichen Dingen Sinn abzugewinnen.

Soziale Projekte Großzügig zeigten sich die elf Kiwanis-Clubs der Region. Insgesamt 10 000 Euro spendeten die Clubs aus Brackenheim, Eppingen-Kraichgau, Heilbronn, Heilbronn-Neckartal, Heilbronn St. Kilian, Helibrunna, Hohenlohe, Künzelsau, Möckmühl, Neckarsulm und Weinsberger Tal für soziale Projekte mit Kindern.

7000 Euro übergab Drexler an Günter Zielke vom TSV Stetten für das Projekt "Sport Therapie für Kinder mit und nach Krebs". Eine weitere Spende kündigte der Vize-Präsident der Möckmühler Kiwanis, Dr. Karl-Heinrich Kraft, zu Gunsten des Möckmühler Projekts "Kinder, Kunst und Kreativität" an. Auf dem Blankoscheck, der zur Anschubfinanzierung diene, "wird mindestens die Zahl 3000 eingetragen", sagte er.

Verantwortung für die Gesellschaft
Umringt von Kiwanis-Mitgliedern überreicht Andreas Drexler (links) dem Vorsitzenden des TSV Stetten, Günter Zielke, einen Scheck über 7000 Euro.