Umbau des Bahnhofs

Stadt soll zur Verbesserung der Frankenbahn 1,2 Millionen Euro beisteuern

Von Ute Plückthun

Bahnhöfe werden nur modernisiert, wenn die Kommunen kräftig zahlen
Um die Strecke Würzburg-Heilbronn auf Vordermann zu bringen, sollen auch die Bahnhöfe − zum Beispiel in Möckmühl − umgebaut werden.Foto: Ute Plückthun

Möckmühl - Dass die Frankenbahn in Sachen Komfort, Taktzeit und Schnelligkeit ertüchtigt werden muss, steht für alle Beteiligten außer Frage. Zum Auftakt sollen die Bahnhöfe von Möckmühl, Züttlingen und Osterburken auf einen besseren Stand gebracht werden. Die Städte sollen an den jeweiligen Kosten beteiligt werden. So will es die Deutsche Bahn.

91 000 Euro hatte die Möckmühler Verwaltung vorsorglich in den Haushalt 2011 eingestellt. Schätzungsweise insgesamt 1,2 Millionen Euro werden auf Möckmühl zukommen. Mit dem gleichen Eigenanteil wird Osterburken zur Kasse gebeten für Maßnahmen am Bahnhof, die in beiden Städten jeweils rund 3,3 Millionen Euro kosten werden.

Rund 70 Prozent sollen durch Mittel aus dem Entflechtungsgesetz bezahlt werden. Für die restlichen "30 Prozent und die Planungskosten" werden die Kommunen in die Pflicht genommen, erklärt Claus-Jürgen Renelt, Baudezernent im Landratsamt Heilbronn. Noch haben beide Gemeinderäte über die Kostenbeteiligung nicht entschieden, doch die Alternative ist denkbar einfach: "Wenn sie sich weigern, wird nichts passieren", macht Renelt klar.

Gutachten In absehbarer Zukunft sollen die Maßnahmen zur Ertüchtigung der Frankenbahn, die vor einem dreiviertel Jahr im Rahmen eines Gutachtens unter Federführung des Landkreises in Abstimmung mit dem Land und der Deutschen Bahn festgehalten wurden, umgesetzt werden. "Bis 2016 soll alles fertig sein", sagt Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer. In Sachen Kostenbeteiligung "wäre es mir lieber, wenn es nicht so wäre". Doch ist der Rathauschef "froh" über die möglichen Verbesserungen: "Das ist höchste Zeit."

So ist vorgesehen, die Bahngleise 2 und 3 mittels einer Unterführung zu erschließen. Eine Maßnahme, die nicht nur einen behindertengerechten Zugang schafft, sondern auch zur Sicherheit beiträgt. "Um die hinteren Gleise zu erreichen, muss man nicht mehr über Gleis 1 laufen", erklärt Stammer einen sich daraus ergebenden entscheidenden Vorteil: Nur dadurch sei das Einfahren zweier Züge und eine höhere Vertaktung insbesondere der Regionalexpresszüge mit Halt an den größeren Bahnhöfen und der Regionalbahnen mit Stopp etwa auch in Herbolzheim, Züttlingen oder Siglingen möglich. Dazu müssen die Gleise verändert und erhöht, teilweise auseinander gelegt oder näher ans Bahnhofsgebäude gerückt werden.

Umbaumaßnahmen stehen auch im Züttlinger Bahnhof an. Dort soll laut Ortsvorsteher Martin Föll durch den Ausbau eines zweiten Außenbahnsteigs verhindert werden, dass sich Züge aus Osterburken und Heilbronn gegenseitig behindern.

Zu teuer Erhalten bleibt dadurch der einzige eingleisige, 3,7 Kilometer lange Streckenabschnitt im Bereich der Brücke über die Jagst zwischen Züttlingen und Möckmühl: Die Umbaumaßnahmen in den Bahnhöfen lassen diese Engstelle zu. Mit Kosten von "an die 30 Millionen Euro" erscheint diese Maßnahme laut Renelt als zu teuer.


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