Über eine Million Yen als erster Schritt

Japanhilfe Neckarsulm hat in nur zwei Monaten mehr als 10 000 Euro gesammelt

Von Stefanie Pfäffle

Email
Über eine Million Yen als erster Schritt
Mit viel Energie und Kreativität haben zehn Neckarsulmer Schulen für Japan gesammelt. Bis zu den Sommerferien soll ein weiterer Scheck folgen. Foto: Stefanie Pfäffle

Neckarsulm - Dr. Helmut Berger ist mehr als positiv überrascht. "Das übertrifft unsere kühnsten Erwartungen", erklärt der Rektor der Hermann-Greiner-Realschule (HGRS). Vor gerade einmal zwei Monaten haben seine und neun weitere Schulen in Neckarsulm die Spendenaktion "Hilfe für Japan − Schulen helfen Schulen" ins Leben gerufen. Jetzt konnte er dem Schirmherrn, Oberbürgermeister Johannes Scholz, einen Scheck über 10 000 Euro oder 1 175 190 Yen übergeben. Diese werden eins zu eins in den Aufbau zerstörter Schulen in Japan gesteckt.

Arbeitskraft In den letzten Wochen haben vor allem die Schüler sehr viel Energie in die Aktion gesteckt. An allen Schulen liefen Projekte.

An der Neubergschule haben die Grundschüler ihre Arbeitskraft an ihre Eltern und Großeltern verkauft, Rasen gemäht, Müll raus getragen oder auf dem Marktplatz Flöte gespielt. Die 270 Kinder haben damit knapp 600 Euro zusammen bekommen. Das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) hat einen Solidaritätseuro von jedem Schüler eingesammelt und spezielle T-Shirts verkauft. Am Freitag wird jeder Schüler mit dem Rad in die Schule fahren und bekommt dann für jeden Kilometer 25 Cent von Kaco Energy.

Als Berufsschule hatte es die SMV der Christian-Schmidt-Schule nicht leicht, alle Schüler zu erreichen. Über die Klassensprecher und den Solidaritätseuro klappte es dann aber doch gut, sagt Schülersprecherin Stefanie Bauer. Die Wilhelm-Maier-Schule Obereisesheim rief allgemein zum Spenden auf.

Die Aktion geht noch bis Weihnachten. Noch vor den Sommerferien ist einiges geplant. Die HRGS veranstaltet neben dem Solidaritätseuro einen Sponsorenlauf am Montag vor den Sommerferien. Die Johannes-Häußler-Schule startet dieser Tage mit ihrer Aktion "Englisch lernen für Japan", für die sich die Werkrealschüler Sponsoren fürs Vokabel pauken suchen. "Wir erwarten einen hohen vierstelligen Betrag", kündigt Schulleiter Manfred Scheer an. Die Dahenfelder Kinder basteln außerdem für einen Flohmarkt beim Dorffest. Ob dieser vielen Pläne ist Berger überzeugt, noch vor den Sommerferien den nächsten 10 000-Euro-Scheck übergeben zu können.

Erstaunlich Die Energie aus Neckarsulm zieht übrigens weite Kreise. Nicht nur, dass sich die Kirche und Privatpersonen beteiligten, auch die Stadt Shizukuishi, in der die Partnerschule von HGRS und ASG liegt, ist begeistert. Der dortige Rat will jetzt nicht nur über geeignete Schulen entscheiden, sondern sich auch finanziell beteiligen. "Für die Japaner mit ihrem wesentlich hierarchischen Schulsystem ist es sehr erstaunlich, was hier alles von den Schülern ausgeht", berichtet HRGS-Konrektor Frank Eber.