Schulbau mit Herzblut

Klaus Wiesenborn wirbt mit Diavortrag für Kinderhilfe Gambia − Außenstelle in Langenbrettach geplant

Von Steffen Heizereder

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Thomas Edtmaier stellt die Kinderhilfe Gambia von Klaus Wiesenborn vor. Viele Impressionen und Erinnerungen wurden mit der Kamera festgehalten.Foto: Heizereder

Langenbrettach - "Kinder sagen manchmal: Ach, wenn wir doch keine Schule hätten. In Afrika sagen die Kinder: Ach, wenn wir doch in die Schule könnten." Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Ernst Depnering die zahlreichen Besucher im evangelischen Gemeindehaus Langenbrettach, die sich bei einem Diavortrag über die Schulprojekte der Kinderhilfe Gambia von Klaus Wiesenborn aus Göppingen informieren wollten. 2003 reiste Wiesenborn zum ersten Mal nach Gambia. Neben Land und Leuten lernte der ehemalige Gewerkschaftssekretär auch die Probleme des armen Landes kennen. "Als ich aus Gambia zurückkam, war mit klar, das kannst du so nicht lassen", sagte Wiesenborn.

Menschentraube Im 5000-Seelen-Ort Banjuluding ließ er bereits ein Jahr später eine Schule errichten. Eine weitere in Brikama-Kitty wurde 2008 eröffnet. 120 Kinder besuchen die Schulen Wiesenborns bereits. Finanziert werden die Projekte ausschließlich aus Spendengeldern. Etwa 80 Unterstützer der Kinderhilfe Gambia haben bereits Patenschaften für einzelne Kinder übernommen. 70 Euro pro Jahr reichen aus, um einem Kind ein komplettes Schuljahr zu finanzieren, inklusive zwei warmer Mahlzeiten pro Woche, Schuluniform und Schreibmaterial. Viel Unterstützung kommt dabei aus Langenbrettach. Dort machte ein Benefizkonzert bereits 2007 auf die Schulprojekte in Gambia aufmerksam.

Den Diavortrag gestaltete Thomas Edtmaier, der ebenfalls eine Schüler-Patenschaft übernommen hat. Die Bilder geben einen Eindruck vom Alltag in den neu errichteten Schulen. Sie zeigen auch die Gambia-Reise von Sabine und Jürgen Korb, die Anfang des Jahres zusammen mit Klaus Wiesenborn ihr Patenkind besucht haben. Neugierig haben die Kinder den Besuch aus Deutschland umringt. Rührend und erheiternd zugleich sind die Bilder, die Gambia hautnah zeigen. "Die Kinder strahlen viel Herzlichkeit aus", sagte Edtmaier.

Außenstelle Eine Reihe von Bildern zeigt einen Schulausflug ans Meer, den Klaus Wiesenborn zusammen mit Schulleiter Femi von der Schule in Brikama-Kitty organisiert hat. Dort waren die Kinder noch nie. Obwohl die Küste nur einige Kilometer entfernt ist, sei die Reise einfach zu teuer.

Das Strahlen der Kinder, und die vielen Erinnerungsfotos, die an diesem Abend gezeigt wurden, sind Wiesenborn dann auch Bezahlung genug. Sein Entschluss steht fest: Die Kinderhilfe in Gambia muss weitergehen. Ein weiterer Schulbau soll entstehen, um noch mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, zur Schule zu gehen. In Langenbrettach ist das Engagement für die gambischen Kinder mittlerweile so groß, dass eine erste Außenstelle der Kinderhilfe Gambia entstehen soll.