Nächtliche Partys sind ein Ärgernis

Möckmühl - Müll und Vandalismus beschäftigen Anlieger im Waagener Tal

Von unserem Redaktionsmitglied Steffen Heizereder

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Nächtliche Partys sind ein Ärgernis

"Das sind einige wenige, die das Gesamtbild der Stadt in Mitleidenschaft ziehen."

Bürgermeister Ulrich Stammer

Möckmühl - Es ist Nacht. Mehrere Gruppen treffen auf dem Parkplatz des Einkaufszentrum Waagener Tal zusammen. Die zumeist Jugendlichen trinken Alkohol, feiern die Nacht hindurch. Der nächste Morgen: Leere Alkoholflaschen und Glasscherben sind die Hinterlassenschaft der vergangenen Party-Nacht. Alltag im Einkaufszentrum Waagener Tal.

Bei den Geschäftsinhabern des Zentrums stößt das nächtliche Treiben auf Unmut. "Es vergeht im Sommer nicht eine Woche, in der wir keine Schäden haben", sagt Jürgen Ehnle, Sprecher der Geschäftsinhaber im Waagener Tal. Bei Müll und Verschmutzung sei es aber nicht geblieben. Umgestoßene Blumenkübel und kaputte Werbebanner beklagen die Ladenbesitzer.

Graffiti

Auch das Parkhaus des nahe gelegenen Schuhhauses Schmieg ist ein beliebter Aufenthaltsort der Jugendlichen. Ein beißender Geruch fällt beim Betreten der überdachten Parkfläche auf. "Es ist schlimm, dass so viel in die Ecken uriniert wird", sagt Werner Benz, dem das Gebäude gehört. Graffiti-Schmierereien sind an der Wand zu sehen, entstanden, wenige Wochen nachdem Werner Benz die Wände frisch gestrichen hatte. "Wenn ich es jetzt richte, bin ich überzeugt, dass gleich wieder etwas dran ist", resigniert der Hausbesitzer. Werner Benz erlebt die Jugendlichen zunehmend hemmungsloser. "Am besten ist es, wenn man sich nicht zu sehr mit ihnen anlegt. Ich bin auch schon ins Auto gestiegen und schnell fortgefahren", sagt der 64-Jährige.

Um den nächtlichen Partys ein Ende zu setzen, engagieren die Geschäftsinhaber des Waagener Tals einen privaten Wachdienst. Zweimal pro Nacht kommen die Sicherheitsleute am Einkaufszentrum vorbei. "Anfangs haben sie auf unsere Anweisungen gar nicht reagiert und uns ausgelacht", sagt Siegfried Bertsch von der Sicherheitsfirma Wach- und Werkschutz Schwaben. Der Alkohol pusche die Jugendlichen auf. "Da hat man einiges Schlucken müssen, sonst wäre es handgreiflich geworden", sagt der Sicherheitsmann. Zur Zeit sei es aber ruhiger auf dem Parkplatz.

Polizeistreifen seien angehalten öfter auf dem Gelände nach dem Rechten zu sehen, sagt Polizeisprecher Rainer Köller. Ohne eine Anzeige könne man aber nicht viel machen. Da das Gelände nicht abgesperrt ist, liege auch kein Hausfriedensbruch vor, so Köller weiter.

In der Stadtverwaltung ist das Problem bekannt. Bürgermeister Ulrich Stammer ärgert sich darüber: "Das sind einige wenige, die das Gesamtbild der Stadt in Mitleidenschaft ziehen." Viele Jugendliche würden sich dagegen in den örtlichen Vereinen engagieren.

Alkohol

Das Problem sieht Stammer im übermäßigen Alkoholkonsum. Ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen war im Gemeinderat bereits beschlossene Sache. Als dann jedoch ein entsprechendes Verbot der Stadt Freiburg vor Gericht für ungültig erklärt wurde, zog die Stadt Möckmühl ihr Vorhaben zurück. Die Stadt setzt daher auf Streetworker Volkan Bölükbasi, der auf die Jugendlichen zugehen soll. Erste Erfolge seien bereits zu sehen, so Stammer. An den Erfolg des Streetworkers glauben aber längst nicht alle. Herbert Schissler, Besitzer des Einkaufszentrums, schätzt zwar die Arbeit Bölükbasis, gibt aber zu bedenken: "Er alleine kann das nicht schaffen."