Nach kurzer Zeit schon viele Kontakte

Streetworker Volkan Bölükbasi legte im Gemeinderat einen ersten Bericht vor

Von Rainer Köller

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Volkan Bölükbasi (Mitte) berichtete über seine Tätigkeit. Rechts Bürgermeister Ulrich Stammer, links Mick Welter vom Landratsamt.Foto: Agentur Kochertal

Möckmühl - Erst drei Monate ist der Jugendsozialarbeiter der Stadt Möckmühl, Volkan Bölükbasi, im Amt, und doch legte er dem Gemeinderat bereits eine erste Bilanz seiner Arbeit vor. Bislang traf der „Streetworker“, der häufig an den Wochenenden und abends unterwegs ist, rund 50 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 24 Jahren an den bekannten Treffpunkten.

Insbesondere am Gummiplatz und Grundschulhof werden Gruppen von ihm betreut. Die 25 jungen Leute dort setzen sich aus deutschen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, fünf Türken und zwei Deutschen zusammen.

Cliquen sind offen Er komme gut in die Cliquen rein, erzählte Bölükbasi. Die jungen Leute schildern ihm ihre Probleme. Seine Bemühungen tragen aber auch in anderer Hinsicht Früchte: Nach Festen wird nun aufgeräumt, sogar wenn er nicht dabei ist. Das war bislang nicht selbstverständlich. Neben dieser „aufsuchenden und begleitenden Sozialarbeit“, so Bölükbasi, habe er ein ausgewogenes Angebotsspektrum für die Jugendlichen. Insbesondere Sport sei ein Mittel, sie zu erreichen. Joggen werde gut angenommen, sogar ein Start unter dem Namen „Team Möckside“ beim Möckmühler Stadtlauf sei möglich gewesen. Dabei sei auch die sogenannte SOS-Gruppe gewesen. SOS ist die Abkürzung für „Saufen ohne Sinn“. Fußball, Basketball, Badminton und die neue, sehr schnelle Sportart Speedminton seien beliebt. Letzteres könne wegen der leuchtenden Bälle und Schläger auch in der Dunkelheit gespielt werden. Und wer Sport macht, trinkt in dieser Zeit schon nicht.

Aber auch andere Dinge gehören zum Aufgabenfeld von Volkan Bölükbasi. So leistete er Einzelfallhilfen und Beratungen bei acht Jugendlichen. Dabei ging es um schulische, berufliche und familiäre Belange. Mit Hilfe eines engagierten Bürgers habe er einen Täter-Opfer-Ausgleich unterstützt, der inzwischen abgeschlossen sei. Am Altherrensteg organisierte er ein Grillfest.

Mädchen wehren ab Der Streetworker verheimlicht nicht, dass es schwierig ist, mit den Mädchen in Kontakt zu kommen: „14 bis 17 Jahre alte Mädchen öffnen sich einem Mann eher nicht“, erklärte er. Gewalt sei bei Mädchen kein Problem, aber der Alkohol.

Kreisjugendpfleger Mick Welter war begeistert: „Ich finde es toll, was hier ins Laufen gekommen ist“. Er bat die Stadträte um Verständnis, dass das Problem Alkohol nicht von heute auf morgen gelöst werden könne. Es gebe nun einmal Kulturen, „da bist du unten durch, wenn Du kein Glas Schnaps mit trinkst“.

Auch Ralf Strässer lobte Bölükbasi: „Ihre Arbeit ist ein Marathon, und Sie sind erst auf den ersten Metern. Trotzdem hatten sie schon erste Erfolge“. Diesem Lob schloss sich auch Bürgermeister Ulrich Stammer kurz, aber deutlich an.