Jetzt ist Kopfarbeit gefragt

Neuenstadt - Immer im Januar beginnt bei den Freilichtspielen Neuenstadt die Sommertheatersaison. Nicht für das Publikum natürlich, das wird erst ab 10. Juni dabei sein, wenn das Stück "Das kalte Herz" Premiere hat, aber für die Mitwirkenden vor und hinter der Bühne.

Von Waltraud Langer

Neuenstadt - Immer im Januar beginnt bei den Freilichtspielen Neuenstadt die Sommertheatersaison. Nicht für das Publikum natürlich, das wird erst ab 10. Juni dabei sein, wenn das Stück "Das kalte Herz" Premiere hat, aber für die Mitwirkenden vor und hinter der Bühne.

Etwa 60 Personen haben sich zur Aktivenversammlung eingefunden. Die Textbücher werden verteilt und die Probenpläne ausgegeben. Das Stück hat ein Arbeitskreis im Verein im Herbst festgelegt und die Besetzung dafür erarbeitet.

Regie

"Selfmade", selbst gemacht, wie Bühnenvorstand Lars Tönnies es bezeichnet, wird es sein, denn Regie führt Eberhard Birn aus Offenau. Es ist seine fünfte Regiearbeit für die Freilichtbühne. Zuletzt war er 2007 bei "Anatevka" als gefeierter Milchmann Tevje aktiv. Im Kleinen Lindentheater im Vereinsheim hat er das Stück "Heilig"s Blitzle" inszeniert. Dem Verein gehört Birn seit vielen Jahren an. "Das Stück habe ich schon lange im Kopf", sagt er, "und wir können es ganz prima besetzen". Geschrieben hat es der schwäbische Autor Paul Wanner (1895-1990) als Komödie nach dem Märchen von Wilhelm Hauff. Es erzählt die abenteuerliche Lebensreise des armen Köhlerbuben Peter Munk, der für Gut und Geld sein gütiges Herz gegen ein kaltes tauscht.

Für das Bühnenbild ist wie schon im vergangenen Jahr Brigitte Klein-Wallner zuständig. Auf einem Tisch im Vereinsheim steht das Modell. Da gibt es links eine Köhlerhütte im Wald, ein gutbürgerliches Gasthaus in der Mitte und über dem Tor aus Richtung Lindenstraße eine Glasfabrik mit Schornstein. Die Farben der Kulissen stellt sich die Bühnenbildnerin "pastelliger als Spitzweg", vor und die Atmosphäre "Biedermeier und Schwarzwald". Wieder wird sie beim Malen auf freiwillige Helfer zurückgreifen. "Das hat 2010 sehr gut funktioniert", sagt die gebürtige Österreicherin, die viele Jahre am Theater Heilbronn als Bühnenbildnerin tätig war.

Das Technikteam unter Peter Roth sei gefordert wie nie, verkündet der Regisseur − Explosion und Feuerwerk inklusive. Die Kostüme macht Antje Austel. "Ein Ausstattungsstück" mit viel Näharbeit käme auf sie zu. Spielleiter Michael Krämer erarbeitet seit 18 Jahren den Probenplan. In logistischer Meisterleistung hat er für "Das kalte Herz" 19 Rollenträger, dazu Volk, Flößer und Uhrmacher in 50 Proben eingeteilt. "Froh wie nur was" ist Paul Schmidt. Der 12-Jährige hat die wichtige Rolle des Glasmännchens bekommen. Er teilt sie sich mit der fast gleichaltrigen Natascha Austel.

Erfahrung

Ganze 60 Jahre mehr an Jahren hat sein Schauspielkollege Ludwig Hintermeier auf dem Buckel. Er spielt den Großvater von Elisabeth, der Liebsten vom Köhler Peter Munk. Und die stellt Jessica Colquhoun, die Piroschka vom vergangenen Jahr dar. "Ich freue mich sehr", sagt sie und ist gespannt auf das Zusammenspiel mit ihrem diesjährigen Partner Jörg Schönbeck.

Die Freilichtspiele stellen sich am 29. Januar bei der Touristikmesse von Müller in Massenbachhausen

und am 5. Februar bei der Touristikmesse der Firma Gross in der Harmonie Heilbronn vor. Als Werbeträger ist ein Bus der WEG mit Terminen unterwegs.