Comedy aus dem Alltag gegriffen

Matthias Bauer eröffnet mit seinem Programm Matzab das Kleinkunstprogramm im Knurps-Kultur-Keller

Von Angelika Bohn

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Comedy aus dem Alltag gegriffen
Mit vollem Körpereinsatz trägt Matthias Bauer sein Comedy-Repertoire vor. Die Lacher hat er schnell auf seiner Seite.Foto: Angelika Bohn

Möckmühl - Rauch steigt von der Bühne des Knurps-Theaters hoch. Plötzlich steht er vor den Zuschauern: mit Kinnbart, Brille und der Aufschrift "Gselzbär" auf seinem gelben T-Shirt. Und einem Witz im Ärmel: "Was liegt am Strand und hat einen Sprachfehler? Eine Nuschel." Matthias Bauer hat die Lacher des vollen Theaters sofort auf seiner Seite. Mit dem Programm "Matzab" eröffnet der 31-Jährige aus Neudenau das Kleinkunstprogramm im Knurps-Kultur-Keller Möckmühl.

Situation "Ich dachte, das kann ich auch mal schreiben, so ein Programm", sagt der Audi-Maschinenbauingenieur im Hinblick auf sein großes Vorbild Dieter Nuhr. Gesagt, getan. Ideen für die Show sammelte der Comedian, der auch beim Fasching des DLRG Möckmühl auftritt, im täglichen Leben: "Wenn ich eine kleine Situation sehe, schreibe ich mir Stichworte ins Handy und dann in Word-Dateien." Sein Programm präsentierte er Reinhard Michael Siegl und Isolde Stifter vom Knurps-Kultur-Keller, unter deren Regie er bereits dreimal auf der Jagsttalbühne stand. Sie boten ihm einen Auftritt in ihrem Theater an.

"Ich geh jetzt zurück ins Studio und wechsel meine Unterhose": Bauer spielt den chronisch ängstlichen CNN-Kriegsberichterstatter genauso gut wie den antiautoritären Feuerwehrmann. Er parodiert den inkompetenten Arzt und die indiskrete Krankenschwester. Erlebnisse im Baumarkt und Bad Friedrichshaller Schwimmbad sind ebenso wenig vor seinen Pointen sicher wie die Wehleidigkeit des Mannes: "Schneid ich mich in den Finger, hab ich gleich eine Blutvergiftung."

Er erzählt von der "ungekünstelten Wortakrobatik" seines Freundes Hassan als auch vom "fortlaufenden Band der Demütigung" beim Ski-Laufen. Die heutige Namensgebung der Kinder und Autos nimmt er ungeniert aufs Korn. Dabei unterstützt der Comedy-Künstler seine Gags durch eine ausdrucksstarke und flexible Stimme, Mimik und Gestik.

Michael Siegl bekommt als erster seine Nummern zu hören, sagt Bauer. Für den Auftritt habe er dreimal im Knurps-Theater und vorm Spiegel daheim geprobt. Auch im Auto habe er manchmal die Texte laut vor sich hergesagt. "Ich habe weniger geprobt als für das Theater, weil ich durch das Selberschreiben den Text besser im Kopf hatte."

Vorstellung Achim Zethmeyer ist mit DLRG-Kameraden zur Vorstellung gekommen. "Das muss man erst mal so zusammenbringen, als Maschinenbauer", lobt er. "Ein Programm zu schreiben ist etwas anderes als beim Fasching spontan lustig zu sein." Man merkt, dass er Bühnenerfahrung hat, fügt Elisabeth Künzel hinzu. "Es macht Spaß, mal wieder richtig zu lachen", sagt Katina Sommer. In der zweiten Hälfte gibt Bauer Gas. Das Publikum ist ausgelassener, interagiert mit ihm. "Einwandfrei", ruft ein Zuschauer am Ende der Show. Das Publikum klatscht rhythmisch, verlangt nach einer Zugabe. Bauer tritt wieder auf die Bühne und zündet eine Kerze an: "Kommt ein Mann ins Hotel..."