Gestohlener Bronzering: Polizei setzt 1000 Euro Belohnung aus

Neuenstadt  Der Ring um die 1000-jährige Linde in der historischen Lindenanlage wurde geklaut. Die Stadt hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei hofft auf Zeugenhinweise.

Email
Der Bronzering markierte den Umfang der 1000-jährigen Linde, die hier einst stand. Er war auch ein touristischer Anziehungspunkt. Foto: Waltraud Langer

Am vergangenen Septemberwochenende wurde der Bronzering der 1000-jährigen Linde in der Lindenanlage gestohlen (wir berichteten). Die Stadt hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei ermittelt in allen Richtungen.

"Mit diesem schweren Diebstahl wurde auch ein Stück Geschichte gestohlen", erklärte Bürgermeister Norbert Heuser. Deswegen wurde nun eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Zeugenhinweise nimmt die Polizei Neuenstadt (Telefon 07139 47100) entgegen. Vermutlich waren mehrere Personen an dem Diebstahl beteiligt, um den schweren Bronzering beiseite zu schaffen.

Wahrzeichen

Der bronzene Ring umfasste seit 1963 − und damit über 50 Jahre lang − die drei neugepflanzten Linden. Der Ring erinnerte an die enormen Dimensionen des einstigen Lindenbaumes. Der Stammdurchmesser betrug über dreieinhalb Meter und der Stammumfang beachtliche 14 Meter. Die Linde maß über 39 Meter und thronte als Wahrzeichen über der Stadt.

1945 fiel der Baum einem schweren Gewittersturm zum Opfer. 1950 wurden drei junge Lindenbäume als Ersatz für die gefallene Linde eingepflanzt. Diese kleinblättrigen Steinlinden starben jedoch ab. Nachgepflanzt wurden drei schnellwachsende Sommerlinden, die bis jetzt in der Lindenanlage stehen.

Doch warum wird die Linde "tausendjährige Linde" genannt? Weil sie nachgewiesenermaßen 1000 Jahre alt wurde? Die Antwort lautet: Nein. Doch in Überlieferungen war die Linde "schon immer da". Sie wurde bereits im Jahr 843 als mächtiger Baum genannt.

Die Lindenanlage ist nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt, sondern auch ein Treffpunkt der Neuenstädter. Während dem Stadtfest und der Kirchweih laden die aufgestellten Bänke zum gemütlichen Feiern ein. Sie ist auch Zeitzeuge vieler Geschehen. red