Stadt will Mehrkosten nicht bezahlen

Möckmühl  Möckmühl - Die Stadt Möckmühl soll nach den neuesten Berechnungen zur "Ertüchtigung der Frankenbahn" doppelt so tief in die Tasche greifen - und dafür auch noch zwei Jahre länger warten.

Von Anita Ludwig

Stadt will Mehrkosten nicht bezahlen

Der Bahnhof Möckmühl soll umgebaut werden, damit der gewünschte Stundentakt der Regionalbahn verwirklicht werden kann.

Foto: Anita Ludwig

 

Möckmühl - Die Stadt Möckmühl soll nach den neuesten Berechnungen zur "Ertüchtigung der Frankenbahn" doppelt so tief in die Tasche greifen - und dafür auch noch zwei Jahre länger warten. Die "Verbesserung der Bahnhofsstruktur Frankenbahn" verteuert sich nach den vorliegenden Plänen von 1,2 Millionen Euro Eigenanteil von Stadt und Landkreis auf satte 2,5 Millionen. Der Bahnhof Möckmühl sowie die Haltestelle in Züttlingen müssen neben dem Bahnhof in Osterburken laut Gutachten umgebaut werden, damit der gewünschte Stundentakt der Regionalbahn verwirklicht werden kann.

Geschluckt

Wie umgebaut werden soll, davon hat die Deutsche Bahn ihre eigenen Vorstellungen. Und auch wenn die Hälfte dieser Kosten der Landkreis Heilbronn übernimmt, ist es den Verantwortlichen der Stadt Möckmühl einfach zu viel.

Bürgermeister Ulrich Stammer nennt diese Entwicklung bei der jüngsten Gemeinderatssitzung "nicht zufriedenstellend." Und: "Die neuen Kosten, die so exorbitant in die Höhe geschossen sind, werden nicht geschluckt." Es gibt jetzt wahlweise den Plan, eine Unterführung oder eine Überführung zu bauen, wobei letztere von Stammer gleich verworfen wird.

Die Stadt Möckmühl will nun versuchen, durch eine Optimierung der Planung den Kostenanteil der Stadt zu senken. Dass man den Stundentakt will und braucht, steht für die meisten Räte außer Frage, aber eben nicht um jeden Preis. "Der Stundentakt ist eine kommunal wichtige Maßnahme für die Zukunft - und wir brauchen ihn." Stammer wiederholt nochmals, dass man zu einer Lösung kommen müsse, da "sonst in den nächsten 30 Jahren nichts mehr passiert." Stadtrat Stefan Vachaja (SPD) ist begeisterter Bahnfahrer und der Meinung, dass die Verantwortlichen bei der Bahn die Situation vor Ort gar nicht kennen und daher nicht in der Lage sind, entsprechend zu planen. "Wenn ich mir nur die durchgerosteten Handläufe zwischen Gleis zwei und drei anschaue, denke ich mir, ich bin bei einem Staatsbetrieb im Ostblock."