Jagsttalnarren zeigen Sturm und Regen die kalte Schulter

Rathaussturm läutet die fünfte Jahreszeit ein

Von Cordula Dürr

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Jagsttalnarren zeigen Sturm und Regen die kalte Schulter
Gardemädchen tanzen auch bei Regen auf den Straßen.Foto: Cordula Dürr

Möckmühl - Auch Regen, Wind und eisige Temperaturen konnten die Jagsttalnarren nicht davon abhalten, die fünfte Jahreszeit einzuläuten. Da in diesem Jahr der 11.11. auf einen Sonntag fiel, waren die Jecken zum Rathaussturm, ohne Rücksicht auf Berufstätige nehmen zu müssen, um 11.11 Uhr zur Stelle.

Ein farbenprächtiger und geräuschvoller Umzug im Vorfeld sollte die Bürger auf die Straßen locken, doch die begnügten sich weitgehend damit, das Spektakel vom Fenster aus zu beobachten. Kein Wunder, denn das Wetter war äußerst unwirtlich. Der Wind peitschte den Regen unter die Schirme; und wer die nicht gerade üppig bekleideten, schlotternden Tanzmariechen sah, bekam Mitleid. Dass die jungen Damen nach technischen Problemen mit der Musik und langem Warten einen tollen Tanz präsentierten, war umso bewundernswerter, als es ihnen auch noch die Hüte vom Kopf geweht hatte.

Zum Tanzen verurteilt war auch das Stadtoberhaupt. Da Bürgermeister Ulrich Stammer verhindert war, hatte Vize Harald Hitzler an diesem Tag eine Extraschicht eingelegt, um sich protokollgerecht vom Narrenvolk auf den Marktplatz zitieren zu lassen. Dort hatte er Oberhexe Doris Frischbier die Schlüsselgewalt abzutreten und mit ihr, in ein viel zu knappes Gardekostüm gezwängt, zu tanzen. Hitzler, selbst ehemaliger Jagsttalnarr, nahms mit Humor und gab genau zum Thema Humor auch noch ein Gedicht zum besten: Dieser ist wie der „Senf im Leben“, macht „trockenes Brot zum Leibgericht“, er „entspringt dem Herz und nicht dem Intellekt“ und „man kann die Wahrheit damit sagen ohne dass sie bitter schmeckt“. Ein gelungener Einstieg in die Narrenkampagne, deren Auftakt anschließend im Rathauskeller mit einem Umtrunk gefeiert wurde.