Jagsttal will im Tourismus an einem Strang ziehen

Region  Das Jagsttal habe mehr zu bieten als nur die Festspiele auf der Götzenburg und das Kloster Schöntal, sagt eine Gruppe von Unternehmern. Mithilfe der Kooperation "Götz von Berlichingen Land" wollen sie die Möglichkeiten bekannter machen.

Von Vanessa Müller

Das Kloster Schöntal präge das touristische Bild. Dabei gebe es viel mehr zu entdecken, meint eine Unternehmergruppe. Foto: Archiv/dpa

Entwicklungen im Tourismus voranbringen, das könne zäh sein wie ein Kaugummi, sagt Gottfried Freiherr von Berlichingen. Der Jagsthausener kennt das Geschäft: Seit zehn Jahren betreibt er das Restaurant Rotes Schloss in Jagsthausen.

Andreas Burggraf nickt zustimmend. "Hier im Jagsttal ist alles zerklüftet, jeder macht sein eigenes Ding", hat der Besitzer des Segwaytouren-Anbieters Götz-Motion mit Sitz in Möckmühl festgestellt. Die überregional bekannten Festspiele auf der Götzenburg und das Kloster Schöntal prägten die Bemühungen, Besucher in die Region zu locken. Dabei gäbe es noch viel mehr zu entdecken.

Neue Marke "Götz von Berlichingen Land"

Im Tourismus an einem Strang ziehen

Um diese Angebote bekannter zu machen und besser zu vermarkten, haben sich die Unternehmer mit dem Jagsthausener Zentrum für Intuitives Bogenschießen Ox-Bow und der Firma 100% Kanu und Bike aus Hardthausen-Gochsen im November vergangenen Jahres zu der Tourismuskooperation "Götz von Berlichingen Land" zusammen geschlossen.

Mittlerweile sind auch die Volksbank Möckmühl-Neuenstadt, das Paintball Stadion aus Siglingen, der Sperrfechter Freizeitpark Oedheim, Schloss Assumstadt und die Herbsthäuser Brauerei dabei. Weitere Gespräche laufen.

"Götz ist bis nach Wien geritten", sagt von Berlichingen. "Und so haben auch wir uns keine geografischen Grenzen gesetzt." Der Zusammenschluss wolle landkreisübergreifend arbeiten, zum Beispiel Hohenlohe miteinbeziehen.

Auch mit Tanja Seegelke, Geschäftsführerin der Touristikgemeinschaft Heilbronner Land, hätten die Kooperationspartner schon zusammengesessen. Warum ihnen deren Unterstützung allein nicht reicht? "Die vermarkten, schaffen selbst aber keine Angebote", erklärt Andreas Burggraf. Doch genau das hat sich der Zusammenschluss auf die Fahne geschrieben.

Keine Urlaubszeit vergeuden

Wer auf die Internetseite klickt, findet Kombinationen wie den "Götz von Berlichingen Triathlon", bestehend aus Segwayfahren, Bogenschießen und Kanufahren. "Unser Ziel ist es, dass Touristen auf einen Blick sehen, was sie hier alles machen können", sagt Inés Forat von Kanu und Bike. "Sie müssen ihre wertvolle Urlaubszeit nicht dafür nutzen, bei jedem Anbieter einzeln anzurufen."

Komplettpakete für zum Beispiel ein ganzes Wochenende schnüren sie indes - noch - nicht. "Abgesehen von den gesetzlichen Regelungen bräuchten wir dafür auch eine zusätzliche Vollzeitkraft", sagt von Berlichingen. Immerhin hätten alle Parteien auch ihre eigenen Geschäfte zu führen.

Ein Konkurrent für die Touristikgemeinschaften wolle man nicht sein. "Wir sind Akteure, die die Ärmel hochkrempeln", erklärt Inés Forat. Dabei ginge es nicht nur um Touristen und Firmenevents. Auch bei den Leuten vor Ort erhoffen sich die Unternehmer größere Präsenz. Um sie als Kunden zu gewinnen, aber auch als Multiplikatoren.

Ideen für die Zukunft gibt es viele

Im Tourismus an einem Strang ziehen

Die Gründer der Kooperation (v.l.): Gottfried Freiherr von Berlichingen, Inés Forat, Andreas Burggraf und Jochem Vogt. Foto: Vanessa Müller

 

In monatlichen Treffen besprechen die Kooperationspartner die nächsten Schritte. Werbung, Messen und Angebote werden diskutiert und umgesetzt. "Irgendwann wollen wir uns auch auf der CMT in Stuttgart oder beim Maimarkt in Mannheim präsentieren", erklärt von Berlichingen. Noch sind es aber mehr die regionalen Events, bei denen sie vor Ort sind.

Auch ein Bonusprogramm sei denkbar, so Andreas Burggraf. Ideen für die Zukunft gebe es viele. "Deshalb suchen wir weitere Unternehmen, Gemeinden und Vereine, die mitarbeiten wollen, das Götz von Berlichingen Land noch bekannter zu machen."

 

Hintergrund

"Götz von Berlichingen Land" nennt sich die Tourismuskooperation. "Vom Ritter mit der eisernen Hand hat fast jeder schon mal gehört", erklärt Jochem Vogt von Ox-Bow. Der Name mache neugierig auf Land und Leute. Das Logo soll dementsprechend von einer großen Verbundenheit mit der Region zeugen. Neben der eisernen Faust sind die grüne Landschaft und die Zwillingsflüssen Kocher und Jagst zu sehen. Die Unterzeile "Aktiv - Kultur - Natur - Erlebnis" drücke aus, was man hier erwarten darf.