Gegen Windkraft auf Kosten der Natur

Hardthausen  Hardthausen - Der Widerstand gegen die Errichtung eines Windenergieparks im Harthäuser Wald formiert sich immer mehr. Nach dem großen Zuspruch aus der Bevölkerung für die Bürgerinitiative (BI) "Rette Deinen Wald", wurde nun der Verein "Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald" gegründet.

Von Rainer Köller

Gegen Windkraft auf Kosten der Natur

Die Gründungsmitglieder der "Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald": Gerhard Waffenschmid, Holger Bauer, Annette Schwarz-von Specht (vorne v.r.), Manfred Schmetzer, Götz Haußer, Wolfram von Specht, Ralf Mayer (hinten v.r.).

Foto: Agentur Kochertal

Hardthausen - Der Widerstand gegen die Errichtung eines Windenergieparks im Harthäuser Wald formiert sich immer mehr. Nach dem großen Zuspruch aus der Bevölkerung für die Bürgerinitiative (BI) "Rette Deinen Wald", wurde nun der Verein "Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald" gegründet. Die BI wird sich weiterhin gegen Windräder im Wald einsetzen, während der Verein sich langfristig dafür engagiert, die größten zusammenhängenden Waldflächen im Landkreis Heilbronn in der bestehenden Form zu erhalten.

Das Nebenzimmer der Lampoldshausener Gaststätte Post war beim ersten Gesprächsforum nach der Vereinsgründung voll besetzt mit interessierten Bürgern aus allen Anrainergemeinden des Harthäuser Walds. Deutlich wurde gleich zu Beginn des Abends, dass niemand die regenerative Energie an sich in Frage stellt, sondern dass sich alle gegen Windkraft auf Kosten des Waldes aussprechen wollen.

Der frisch gewählte Vorsitzende Holger Bauer und sein Stellvertreter Gerhard Waffenschmid erklärten: "Wir treffen uns heute, weil wir von allen Bürgern Anregungen sammeln und, wenn möglich, später auch umsetzen wollen".

Diskutiert wurde insbesondere, wie der Bau eines Windenergieparks aufgehalten und der Wald so vor "tiefgreifenden und irreparablen Eingriffen" geschützt werden kann.

Viel Kritik gab es für die bisherige Informationspolitik der betroffenen Gemeindeverwaltungen und deren Haltung zu dem Projekt. Unverständnis wurde auch laut gegenüber dem Verhalten der Umweltschutzverbände. Ein Gesprächsteilnehmer erklärte, er sei enttäuscht, dass sich diese "offensichtlich einfach raushalten". Ein anderer sagte, es sei seltsam, in Stuttgart besetzten die Umweltschützer einen Park wegen des Juchtenkäfers. Aber die Teilzerstörung des Harthäuser Waldes jucke sie gar nicht.

Kräne

Wolfram von Specht, Schriftführer des neuen Vereins und Mitglied beim BUND, machte deutlich, dass Gespräche mit dem Umweltverband und dem NaBu bereits stattgefunden hätten. Er habe den Eindruck, dass ein Umdenken bereits begonnen habe.

Diskutiert wurden auch Aktionen. Angeregt wurde, der Öffentlichkeit einmal im Wald zu zeigen, wie groß die abzuholzende Fläche für die Anfahrtswege der Schwerlasttransporter, die Kräne und eine einzige Anlage sein muss. Fast 800 Unterschriften gegen den Windpark haben die Vereinsmitglieder und die BI inzwischen gesammelt. Die Liste, so Götz Hauser, sei "keine Online-Petition mit Unterschriften aus Neuseeland", sondern von Anwohnern des Harthäuser Walds. Über 20 Bürger haben neben den acht Gründern bereits ihre Beitrittserklärung zur Schutzgemeinschaft abgegeben.

Holger Bauer erklärte: "Falls wir nicht verhindern können, dass Windenergieanlagen im Wald gebaut werden, wird unsere Aufgabe sein, uns um die verbleibende Natur zu kümmern."


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