Ein Alptraum wandelt sich in einen Sinnesgarten

Jugendliche bringen Wildnis auf Vordermann: Feierliche Eröffnung mit Gottesdienst und Dorffest rund ums Jugendhaus

Von Walter Schmid

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Die heimische Tanzgruppe Black Diamonds sorgte beim Fest rund ums Jugendhaus für jede Menge Rhythmus.Foto: Walter Schmid

Roigheim - Nicht nur Prominenz war am Sonntag zwischen Bahngleisen und Seckach auf den Beinen. Das ganze Dorf gab den rührigen Jugendhäuslern die Ehre. Zwei Jahre lang haben die geschuftet. Die Wildnis rund ums Jugendhaus wurde in einen Sinnesgarten umgestaltet.

Da wurde nicht einfach gesäubert, gefräst und Rasen eingesät. Ein solcher Garten würde nicht den Namen „Sinnesgarten“ verdienen. Da wurde unter fachmännischer Anleitung gestaltet, mit Elementen, die tatsächliche die verschiedenen Sinne ansprechen. Auf der Sonnenseite des Jugendhauses geht man jetzt auf einem Weg Richtung Seckach über verschiedene Naturmaterialien. Vorbei an einem Lavendelbeet, das herrliche Düfte verbreitet für die Riechorgane. An der aus Natursteinen gemauerten Kräuterschnecke kann man sich be-dienen, wenn Feinschmeckerköchen die Gewürze ausgegangen sind.

Im Halbschatten gibt es dann ein kleines Amphitheater. Als Verwendungsmöglichkeit trat dort gleich die heimische Tanzgruppe, die Black Diamonds auf. Dahinter der Abstieg zur Seckach mit Sitzmöglichkeit am Wasser. Dann unter den Schattenbäumen entlang der Seckach ein Grillplätzle, anschließend ein großer gepflasterter Bereich für Feste mit Großzelt und Tischgarnituren. Das Jugendhaus frisch gestrichen, außen und innen - alles in Eigenleistung.

Bürgermeister Michael Grimm ist stolz auf den engagierten Nachwuchs. Er lobte die Jugendlichen, weil sie sich als vollwertiges Mitglied in die Dorfgemeinschaft einbringen. An die Bevölkerung gerichtet meinte Grimm: „Im Gegenzug ist es auch selbstverständlich, dass sich die Roigheimer Bürger und die Vereine bei den Angeboten des Jugendhauses sehen lassen und wo irgend möglich auch mit Rat und Tat unterstützen.“

Kreisjugendpflegerin Petra Maier ist ebenfalls voll des Lobes. Sie berät und begleitet über 40 Projekte offener Jugendarbeit und Jugendhäuser im Landkreis Heilbronn: „Ich muss lange nachdenken, bis mir eine vergleichbare Jugendhaus-Vereinsarbeit im Landkreis einfällt.“ Mit Klarheit, Mut und Realitätsbezug hätten sie vor zwei Jahren ihre Wünsche und Pläne für den Außenbereich vorgebracht. Nach der Zusage des finanziellen Zuschusses aus den Töpfen der „Aktion Mensch“ hätten sie verantwortungsbewusst die Umsetzungsmöglichkeiten geprüft und erst dann in einem Projektvertrag eingewilligt.

Dass die Roigheimer auch eine Patenschaft mit dem Jugendhaus Unterkessach übernommen hätten, zeuge auch von hohem sozialem Engagement. „Wenn Ihre Jugend auch noch imstande ist, den Sinnesgarten zu erhalten, können Sie stolz sein.“

Am Abend zeigte sich der 22-jährige Vereinsvorsitzende Daniel Weiß glücklich. „Nach diesem gelungenen Fest können wir sicher sein, dass uns viele Eltern, Jugendhausfreunde und das Rathaus weiterhin unterstützen.“