Denkmal für noch nicht gefallene Bäume als Mai-Scherz

Hardthausen  Windkraftgegner machen in Lampoldshausen mit aufwendiger Windanlagen-Attrappe Stimmung gegen geplanten Energiepark.

Von Rainer Köller

Windkraftgegner stellten in Lampoldshausen das erste Windrad vor dem Milchhäusle auf.  

Nicht im Wald, sondern mitten in Lampoldshausen wurde die erste Windenergieanlage gebaut. Pünktlich zum 1. Mai wurden offensichtlich Energieparkgegner wieder kreativ und stellten die etwa sechs Meter hohe und natürlich nicht funktionstüchtige Anlage direkt vor das Milchhäusle in der Ortsmitte.

An den Sockel schraubten die Macher zwei Metallschilder. Auf dem oberen ist die Aufschrift "Zum Gedenken an alle gefallenen Bäume im Harthäuser Wald".

Darunter ist zu lesen: "Hierfür verantwortlich sind: Bürgermeister Harry Brunnet (Amtsperiode 1978 bis 2018), Geschäftsführer der ZEAG AG Harald Endreß, Gemeinderäte aus Lampoldshausen, Kochersteinsfeld und Gochsen (Amtsperiode 2009 bis 2014)". Rund um den Sockel haben die Windparkgegner kleine geschlagene Bäumchen gelegt.

Im Harthäuser Wald soll mit Zustimmung des Hardthausener Bürgermeisters und des Gemeinderats ein Windenergiepark entstehen, gegen den sich inzwischen zahlreiche Hardthausener wehren. Insbesondere in Lampoldshausen ist der Widerstand groß, aber auch in den anderen Ortsteilen und Gemeinden rund um das Waldgebiet gibt es Gegner des Vorhabens. Die Bürgerinitiative "Rette Deinen Wald" ging inzwischen weitgehend auf in dem Verein der Windkraftgegner, der "Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald".

Bäume behängt

Wer in der Nacht zum 1. Mai im Harthäuser Wald aktiv war, ist nicht bekannt. Dort wurden an zahlreiche Bäume Plakate gehängt mit auf den Hardthausener Bürgermeister gerichteten Reimen wie etwa "Wenn Harry bald in Rente geht, der Wald voll Windanlagen steht" oder "Um Wald, Klima und Natur zu schützen, wird ein Windpark wenig nützen." Die Hardthausener Gemeinderäte wurden bedacht mit einem großen Transparent im Wald und der Aufschrift "Naherholung in Gefahr, doch die Räte sagen wunderbar."

Zuwachs

Die Windpark-Gegner, die nach eigenen Angaben nicht gegen die Windenergie, sondern gegen die Zerstörung des Waldes sind, haben inzwischen deutllich mehr als 100 Mitglieder in der Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald.

Vor kurzem wurden gut 1200 Unterschriften beim Landratsamt abgegeben, doch das Sammeln geht weiter. Die Brettacherin Carola Waffenschmid will demnächst eine weitere Liste mit Unterschriften an das Landratsamt schicken.