Viertelesglas und Rebblätter zeugen vom Weinort

Viertelesglas und Rebblätter zeugen vom Weinort

Öhringen - Verrenberg und der Wein gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Im heute Öhringer Stadtteil spielte der Weinbau seit dem Mittelalter eine große Rolle. An den Hängen von Golberg und Verrenberg wachsen Reben, die Grundlage für vorzügliche Weine sind. So scheint es naheliegend, dass das Verrenberger Wappen ein Weinglas zeigt und Rebenblätter.

Traube

Als 1968 die amtliche Kreisbeschreibung "Der Landkreis Öhringen" herauskam, blieb der für das Wappen vorgesehene Platz leer. "Ein Wappen führt die Gemeinde bisher nicht" heißt es da. Lediglich im Gemeindestempel von 1946 ist eine Traube zu sehen. Doch am 19. Juni 1970 hat das Innenministerium der Weinbaugemeinde Verrenberg ein Wappen verliehen.

Die Wappen-Beschreibung lautet so: "In von Rot und Silber (Weiß) gespaltenem Schild ein Kelchglas in verwechselten Farben, begleitet vorne von einem goldenen, hinten von einem grünen Rebblatt". Im Landesarchiv in Stuttgart ist die "Wappendeutung" nachzulesen: "Das Kelchglas und die Rebblätter beziehen sich auf den bedeutenden Weinbau Verrenbergs, während die hohenlohischen Hausfarben Weiß und Rot im Gemeindewappen auf die alten, bis heute bestehenden Beziehungen Verrenbergs zum Haus Hohenlohe hinweisen sollen". Erster Besitz der Hohenloher in Verrenberg wird anno 1357 erkennbar. Dazu gehörten Weinberge und eine Kelter. 1684 gab es drei Keltern im Ort.

Kein Einhorn

Mit dem Weinbau hatte Schwöllbronn auch einmal zu tun. 1495 wiesen erste Zeugnisse darauf hin. "In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam der Weinbau fast ganz zum Erliegen", hält die amtliche Kreisbeschreibung von 1968 fest. Schwöllbronn, mit Unterohrn, ist vor 1828 als Gemeinde gegründet worden. Ein Wappen führte sie nicht.

Im Oval des Gemeindestempels ist 1930 nur "Gemeindepflege Schwöllbronn" zu lesen. Im November 1933 legte das Staatsarchiv den Schwöllbronnern den Entwurf für ein Gemeindewappen vor: "Blau-Weiß geteilt, in Blau ein weißer Einhornrumpf . Unten in Weiß ein blauer Wellenbalken."

Es blieb beim Vorschlag. Das Wappen wurde nicht verliehen.

Auch Michelbach am Wald kam bisher ohne Wappen aus. Dabei hätte das derer von Gabelstein als Anregung für ein Gemeindewappen dienen können. Reste einer Burg Gabelstein befinden sich im Wald über Michelbach. "Die Gabelstainer", wie es in der Haller Wappenchronik heißt, hatten fünf Streitbeile im Wappen. Eine Wappenzeichnung (um 1600) und ein Kupferstich von 1655 zeugen davon. Ein Zürch von Gabelstein war Bürger zu Hall und wohl der Letzte seines Hauses. Auch er verkaufte seinen Teil der Burg Gabelstein an die Hohenloher, denen bis 1416 dann alles gehörte.

Auch in Eckartsweiler, mit Untersöllbach, Platzhof und Weinsbach, findet man kein Gemeindewappen. Die Herren von Hohenlohe haben hier ab 1253 die Herrschaftsrechte übernommen. Eckartsweiler gehört seit 1975 zu den neun Stadtteilen, die mit der Gebietsreform zu Öhringen kamen.

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