Wahlkreis Eppingen
>>zurück zur ÜbersichtsseiteBei Landtagswahlen treten sechs kleine Parteien mit unterschiedlichen Positionen an
Von Steffan Maurhoff und Herbert Kaletta
Eppingen - Gegensätzlicher können Standpunkte kaum sein. Außer den vier im Landtag vertretenen Parteien treten im Wahlkreis 19 sechs weitere Parteien zur Landtagswahl an. Hier Kurzporträts in der Reihenfolge, wie sie auf dem Stimmzettel stehen werden.Rolf Dreischle (Volksabstimmung): Für "Ab jetzt... Bündnis für Deutschland, für Demokratie (Volksabstimmung)" tritt der 48-Jährige aus Leingarten in den Wahlkreisen Eppingen und Neckarsulm an. Trotz mehrfacher Aufforderung hat er der Redaktion keine Informationen über sich zugesandt.
Peter Stender (Die Linke): "Heute wird doch der Bürger von den etablierten Parteien gar nicht mehr wahrgenommen", findet der 53-Jährige Cleebronner. Das IG-Metall-Mitglied arbeitet seit seiner Ausbildung zum Bohrwerksdreher im selben Betrieb, dessen Betriebsrat er seit 2006 angehört. Er engagiert sich in der Bürgerinitiative Zaber-gäubahn und in den Sportvereinen TSV Cleebronn und FV Löchgau. Der Partei trat er 2007 bei. Der politische Schwerpunkt des verheirateten Vaters von vier Kindern liegt in der Wirtschaft. Um die Ursachen von Armut konsequent zu bekämpfen, gehörten Niedriglöhne abgeschafft, Mindestlöhne eingeführt und Hartz-IV mit einem Grundeinkommen und guten Arbeitsangeboten überwunden. Stender möchte, dass die prekäre Beschäftigung ein Ende hat, sowie die Trennung von Mandat und freier Wirtschaft.
Georg Fritz (REP): Der 66-Jährige war bis zu seinem Ruhestand Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechniker und stammt aus Sachsenheim. Seit 1999 ist er Mitglied der Republikaner, gehört seit 2000 dem Kreisverband als Beisitzer an und war 2006 bis 2010 als Beisitzer im Landesverband, war 2001 bis 2003 Bezirksbeirat in Stuttgart-Weilimdorf und ist seit September 2009 Kreisrat in Ludwigsburg. Politische Anliegen sind ihm Bildung, Integration, innere Sicherheit und Mitbestimmung. Er befürwortet Volksabstimmungen, auch über Euro-Ausstieg und Minarettverbot. Georg Fritz ist gegen "Zwangs-Ganztagesschulen" oder G 8 gegen den Willen der Eltern und fordert harte Strafen für schwere Verbrechen. Die Republikaner sind mehrere Jahre vom Bundesamt für Verfassungsschutzbericht unter dem Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung aufgeführt worden.
Siegfried Gärttner (NPD): Der 64-jährige Brackenheimer war im Rechnungswesen tätig und ist seit 2008 im Ruhestand. Er tritt für die Nationaldemokratische Partei Deutschlands in den Wahlkreisen Eppingen und Karlsruhe II an. Der verheiratete Vater zweier Kinder und Großvater dreier Enkelkinder nennt als politische Ziele "die Wiederherstellung natürlicher nationaler und völkischer Empfindungen" sowie die Aufwertung der Institution Familie. Die Wertschöpfung aus der volkswirtschaftlichen Leistung sei "den Interessen des deutschen Volkes gemäß" zu verwenden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die NPD als rechtsextrem ein. Ein den ideologischen Prämissen der Partei entsprechendes Gemeinwesen stehe in fundamentalem Widerspruch zur politischen Ordnung in Deutschland, heißt es im Verfassungsschutzbericht von 2009.
Klaus Ries-Müller (ÖDP): Für die Ökologisch-Demokratische Partei / Familie und Umwelt, wie die ÖDP vollständig heißt, ist der 47-jährige seit 1994 im Bad Rappenauer Gemeinderat und im Kreistag Heilbronn vertreten. Der verheiratete Vater eines Kindes ist als Diplomingenieur Elektrotechnik bei Bosch im Produktmanagement Hybrid- und Elektrofahrzeuge tätig. Unter dem Motto "Klein, aber clean" will die ÖDP auch im baden-württembergischen Landtagswahlkampf für eine saubere Politik werben. "Es ist ein Skandal, wenn sich die etablierten Parteien zu großen Teilen aus Firmenspenden finanzieren", so Ries-Müller. Die ÖDP nehme als einzige Partei per Satzung keine Firmenspenden an. "Politiker sollten keinem Aufsichtsrat angehören", fordert der Bad Rappenauer. Die ÖDP wendet sich gegen Stuttgart 21. Dies sei ein unnötiges Prestigeobjekt.
Sebastian Sprößer (Piraten): Der 29-Jährige ledige und beruflich selbstständige Schwaigerner kandidiert für die Piratenpartei im Wahlkreis Eppingen. Als Informatikstudent in Heidelberg hat er sich in seiner Fachschaft politisch engagiert, in traditionellen Parteien sieht er jedoch "keine Chance, Impulse zu setzen". Die Piratenpartei, der er seit 2009 angehört, hingegen setze mit Internet-Werkzeugen auch bei der innerparteilichen Willensbildung auf Transparenz. So seien Vorstandssitzung und Protokolle im Internet öffentlich. Die Partei sei damit die "einzige glaubwürdige Alternative". Neben Bildung und Datenschutz sieht er mehr Bürgerbeteiligung als Schwerpunkt. Er fordert, die Hürden für Bürgerbegehren deutlich zu senken. Außerdem sollten Bürger mehr Möglichkeiten haben, bei Behörden Informationen nachzufragen.
Es folgt das Porträt von Alexander Throm (CDU), Kandidat im Wahlkreis Heilbronn.
Blog zur Landtagswahl
Kommentar 28.03.2011, 16:20 Uhr
Kommentar: Grüner Triumph
Heilbronn - Chefredakteur Uwe Ralf Heer analysiert das Ergebnis zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Uwe Ralf Heer
17 Kommentare
25.03.2011, 10:18 Uhr
Die Entscheidung
Heilbronn - Zwei Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zieht Chefredakteur Uwe Ralf Heer Bilanz des Wahlkampfs und erläutert seine Einschätzung zur Entscheidung am Sonntag.
Uwe Ralf Heer
5 Kommentare
24.03.2011, 14:44 Uhr
Brüderles Dampfplaudereien
Peinliches BDI-Protokoll: Atommoratorium
nur Wahlkampftaktik?
Siegfried Lambert
1 Kommentare









