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20.04.2009
Viel Verständnis für Nöte der Landwirtschaft
Von Herbert Kaletta
Bei der vom Verbandsvorsitzenden Eberhard Zucker moderierten Diskussion vor und mit 50 Besuchern auf dem Podium: Eberhard Gienger (CDU), Thorsten Majer (SPD), Harald Leibrecht (FDP), Andreas Roll (Grüne) und Volker Bohn (Die Linke, für den verhinderten Kandidaten Walter Kubach).
Stichwort Wettbewerb. Die Bauern beklagen im europäischen Vergleich Nachteile und höhere Auflagen. Einig sind sich alle Kandidaten, dass Bürokratieabbau nötig ist. Leibrecht kritisiert aber auch die Regierung: „Sie muss mehr Druck auf Brüssel machen.“ Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner habe auf EU-Ebene „nichts Positives erreicht“.
Roll sieht einen Systemfehler in der Geldverteilung. 80 Prozent flössen in Direkthilfen und vor allem an Großbetriebe. So sei die „falsche Logik“ vom Wachsen oder Weichen nicht zu knacken. Besser sei, den Ökolandbau mehr zu fördern: „Das bringt auch Arbeitsplätze.“
Gienger hält eine steuerlich begünstigte Risikoausgleichsrücklage für nötig und eine weitere Senkung der Steuer auf Agrardiesel. Denn französische Bauern zahlen fast nichts, sind im Vorteil. Thorsten Majer fordert, die Spielräume der EU-Länder einzuengen, um von vornherein Verzerrungen zu vermeiden. Bohn will Großkonzerne nicht mehr subventionieren. Er ist für die Risikoausgleichsrücklage und stärkere Ausrichtung auf Ökolandbau.
Milchbauern in der Existenzkrise. Hier sehen alle Handlungsbedarf. Auch Harald Leibrecht, kein Freund von Subventionen, „wenn sie nur falsche Strukturen am Leben halten“, sieht kurzfristige Hilfen als sinnvoll an, weil der schlechte Milchpreis viel mit der Weltwirtschaftskrise zu tun habe und die Nachfrage wieder größer werde. Gienger fordert, den Milchkonsum gezielt anzukurbeln.
Gentechnik
Den Einsatz von Gentechnik lehnen vier ab; Leibrecht sähe auch Chancen, sagt aber: „Ich habe Respekt vor dem Verbraucherwillen.“ Der ist dagegen. Wichtig ist für alle eine klare Kennzeichnungspflicht solcher Produkte.
Dass die Bauern auf Biogas und Biosprit setzen, ist für die Kandidaten akzeptabel, sofern es nicht die Lebensmittelproduktion gefährdet. Eberhard Zucker erwidert: „Wenn die Verbraucher für Lebensmittel so wenig bezahlen, dass wir davon nicht leben können, müssen wir uns andere Betriebszweige suchen.“
18.09.2009
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