Bundestagswahl 27.09.2009

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    20.04.2009


    SPD hadert, FDP jubelt

    Von Ralf Reichert

    SPD hadert, FDP jubelt
    Exakt 154 351 Wähler gaben im Wahlkreis am Sonntag ihre Stimme ab. 

    Bundestagswahl - Riesen-Enttäuschung auf der einen, überschäumende Freude auf der anderen Seite: SPD und FDP lagen gestern nicht nur in ihren Wahlprogrammen, sondern auch stimmungsmäßig meilenweit auseinander. Eine (kurze) Nacht hatten die beiden Kreisvorsitzenden über den Wahlausgang geschlafen. Doch an ihrer Laune änderte die Ruhephase wenig. Himmelhochjauchzend hier, zu Tode betrübt dort.

    Neuausrichtung

    Werner Müller (SPD) lag das katastrophale Ergebnis gestern Mittag immer noch schwer im Magen: „Wir stehen vor einem Scherbenhaufen.“ Im Bund, im Land, im Kreis: Überall ist die SPD brutal abgestürzt. „Es muss jetzt eine Neuausrichtung geben. So können wir nicht weiter machen.“ Müller empfiehlt, sich wieder mehr dem linken Flügel zuzuwenden: „Wir müssen uns auf das besinnen, was die SPD einmal war: eine Partei für die Arbeitnehmerschaft.“ Hartz IV, Rente mit 67: „Das hat uns ins Mark getroffen.“ Trotzdem sei die Politik in der großen Koalition nicht so schlecht gewesen. „Dass jetzt alles vermeintlich Negative auf uns zurückfällt, ist bitter.“

    Vor allem Direktkandidatin Annette Sawade tut Müller leid: „Sie hat einen hervorragenden Wahlkampf gemacht und ist bei der Bevölkerung angekommen.“ Es werde „schwer sein, diese Enttäuschung wegzustecken“, nachdem viele Genossen sicher mit einem Mandat gerechnet hätten. Der Kreisvorsitzende ist aber zuversichtlich, dass die 56-Jährige in vier Jahren einen zweiten Versuch wagt.

    Ute Oettinger-Griese war gestern Vormittag immer noch „total überrascht von diesem überdurchschnittlichen Ergebnis“. Die FDP-Kreisvorsitzende wusste gar nicht, über welche Einzelergebnisse sie sich mehr freuen sollte. Die Top-16-Liste auf dieser Seite zeigt: Die Liberalen haben im Kreis auf ganzer Linie abgeräumt. Niedernhall, Neuenstein, Zweiflingen und Pfedelbach haben sogar die 2005er-Hochburg Kupferzell überholt. „Wir haben von allen Parteien die klarsten Aussagen gemacht. Das hat den Ausschlag gegeben.“ Stephen Brauer, der „Kandidat aus dem Nichts“, habe sich mit seinem Erststimmen-Ergebnis prima geschlagen. Ab heute werde der Kreisverband dafür kämpfen, dass er in vier Jahren auf der Landesliste noch weiter nach vorne rutscht - und vielleicht dann den Sprung in den Bundestag schafft.

    SPD hadert, FDP jubelt
    Rund 900 Wahlhelfer waren im Hohenlohekreis im Einsatz. Hier verteilt Friedrich Küßner die Stimmzettel an zwei Wähler. Er war einer von 56 Helfern in der Gemeinde Kupferzell und saß am Nachmittag im Rathaus.Fotos: Ralf Reichert 

    Die CDU darf zwar weiter regieren - hat aber einige Prozente verloren. Kreisvorsitzender Jochen K. Kübler führt dies „in erster Linie auf das Stimmensplitting zurück, mit welchem manche CDU-Stammwähler die FDP als Partner einer gewünschten schwarz-gelben Koalition unterstützen wollten“. Einen allgemeinen Abwärtstrend vermag er nicht zu erkennen. Die geringe Wahlbeteiligung ist für Kübler ein Alarmzeichen. Den Bürgern müsse die Funktionsweise der Demokratie noch deutlicher vermittelt werden.

    Ruck

    „Super. Ganz hervorragend“: So kommentierte Erika Bauer das Grünen-Ergebnis. „Wir sind in elf Kreisgemeinden über zehn Prozent gekommen. Das hat uns sehr gefreut.“ Von einem grünen Abgeordneten hatte auch die Kreisvorsitzende geträumt: „Solche Spinn-Minuten waren schon da.“ Nur: „Die Realität holt einen schnell wieder ein.“ Dennoch: „Durch Hohenlohe ist ein grüner Ruck gegangen.“ Kommentar „Geduld“

    29.09.2009

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