Bundestagswahl 27.09.2009

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    20.04.2009


    Manche Bezirke trotzen dem Trend

    Von unserer Redaktion

    Manche Bezirke trotzen dem Trend
    Dieter Hirschbiegel von der Stadtverwaltung Krautheim mit Wahlbriefen. 

    Kocher- und Jagsttal - Rund um Künzelsau spiegeln die Ergebnisse im Wesentlichen den Trend auf Wahlkreisebene wider. In fast allen Gemeinden hat die FDP die SPD überholt. Aber es gibt Ausreißer. Vor allem der Blick auf die einzelnen Wahlbezirke zeigt: Der Altkreis hat eben nicht einheitlich gewählt.

    Dörzbach: In der kleinen Gemeinde an der Jagst hat die FDP die SPD überflügelt: Die Liberalen holten 21,4 Prozent, die Sozialdemokraten sackten auf 19,2 Prozent ab. Grüne und Linke schnitten deutlich schwächer ab als auf Bundesebene. Während die CDU ansonsten mehr oder weniger stark verloren hat, hat sie im Teilort Laibach ihren Anteil sogar um 3,2 Prozentpunkte auf 62,3 gesteigert. In der einstigen SPD-Hochburg Hohebach wurde die FDP mit 33,1 Prozent stärkste Partei noch vor der CDU.

    Manche Bezirke trotzen dem Trend
    Sie haben es schon hinter sich: Zwei junge Wähler verlassen die beiden Wahlräume im Ingelfinger Schloss.Fotos: Henry Doll 

    Ingelfingen: In der ehemaligen Residenzstadt bleibt die CDU mit 40,52 Prozent der Zweitstimmen stärkste Partei. Absolute Hochburg ist der Stadtteil Diebach mit stattlichen 60,47 Prozent, gefolgt von Weldingsfelden mit 54,72 Prozent. Die FDP liegt mit 19,56 Prozent deutlich vor der SPD (16,18 Prozent), die in Diebach gerade mal 8,72 Prozent erreicht hat. Grüne (10,91 Prozent) und Linke (6,03 Prozent) sind schwächer als im Wahlkreis. Stärkste Splitterpartei sind die Piraten mit 1,85 vor der NPD mit 1,4 Prozent.

    Krautheim: Wenig zu holen gab es für die SPD-Direktkandidatin Annette Sawade und die SPD in Krautheim. Mit 48,2 Prozent Zweitstimmen kam die CDU, verglichen mit den bundesweiten Zahlen, noch gut davon. Zweitstärkste Partei wurde die FDP. Die Sozialdemokraten sind mit 11,1 Prozent Zweitstimmenanteil in Krautheim eine Splitterpartei. Erwähnenswert sind die fast 18 Prozent Zweitstimmenanteil für die Grünen in Krautheim-Neunstetten.

    Manche Bezirke trotzen dem Trend
    Sie hat es noch vor sich: Eine Wählerin begibt sich zur Stimmabgabe ins Krautheimer Johanniterhaus. 

    Künzelsau: In der Kreisstadt profitiert der CDU-Abgeordnete Christian von Stetten von seinem Status als Lokalmatador mit 48,6 Prozent. Bei den Zweitstimmen bleibt die CDU knapp unter der 40-ProzentMarke. Die Spanne reicht von 63,82 Prozent auf den Taläckern bis 26,61 Prozent in Belsenberg. Die FDP (19,53 Prozent) überholt die SPD (18,07 Prozent), Grüne und Linke schneiden schlechter ab als im Wahlkreis. Die NPD ist stärkste Splitterpartei mit 1,37 Prozent.

    Mulfingen: Stark schwankend war die Zustimmung für Christian von Stetten in den Mulfinger Teilorten bei den Erststimmen. Doch auch bei den Zweitstimmen gab es Ausreißer nach unten. So kam die CDU in Buchenbach auf gerade mal 22,8 Prozent der Zweitstimmen (SPD 26,2), in Eberbach auf 35 und in Hollenbach auf nur 31,8 Prozent. Die Gesamtzahl von 45 Prozent in Mulfingen kann die CDU wieder versöhnen. Ein Tiefstand: Der Zweitstimmenanteil für die SPD lag in Zaisenhausen bei nur 9,8 Prozent.

    Niedernhall: Im Kocherstädtchen liegen CDU, SPD und FDP näher beieinander als in anderen Kommunen. Die Liberalen liegen mit 22,5 Prozent der Zweitstimmen hinter der CDU mit 29,7 Prozent. Die Sozialdemokraten (21,6 Prozent) schaffen es in der einstigen SPD-Hochburg nur noch auf den dritten Platz. Die Linke schneidet mit 8,4 Prozent besser ab als im gesamten Wahlkreis, die Grünen mit 10,9 Prozent schlechter. Auffällig: Stärkste Splitterpartei ist die NPD mit 2,2 Prozent der Zweitstimmen.

    Manche Bezirke trotzen dem Trend
    Demokratische Tradition in hoheitlichem Ambiente: Der vermutlich prunkvollste Wahlraum im Kreis dürfte der Vorraum des Fürstensaals im Ingelfinger Schloss sein. 

    Schöntal: Die Gemeinde rund ums Kloster bleibt eine schwarze Hochburg. Direkt am Kloster allerdings liegt das Ergebnis mit 36,9 Prozent für die CDU unter dem Durchschnitt auf Wahlkreisebene. In allen anderen Teilorten sind es nie weniger als 45, meist sogar mehr als 50 Prozent. Die SPD landet mit kläglichen 12,3 Prozent weit hinter der FDP mit 18,7 Prozent. Grüne und Linke schneiden mit 8,1 beziehungsweise 4,6 Prozent schlecht ab. Stärkste Splitterpartei ist die NPD (1,8 Prozent) vor den Republikanern (1,6 Prozent).

    Weißbach: Die kleine Kochertalgemeinde spiegelt in den Zweitstimmen für CDU und SPD fast den Bundestrend wider. 31,7 Prozent der Zweitstimmen entfielen auf die Christdemokraten. Im Bund waren es 33,8. Die SPD holte am Kocher 23,6 Prozent (Bund 23,1). Weit stärker als im Bund schnitt die FDP ab: Insgesamt 19,3 Prozent gingen in Weißbach an die Liberalen. Auch bei den Zweitstimmen für die Grünen liegt Weißbach im Bundestrend: 9,6 Prozent am Kocher, 10,1 im Bund.

      
    29.09.2009

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