Bundestagswahl 27.09.2009
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Liberale sind die zweite Kraft
Von unserer Redaktion
Öhringen - Im Wahlkreis 268 Schwäbisch Hall-Hohenlohe ist die FDP auf breiter Front an der SPD vorbeigezogen. Zu diesem Trend haben auch die Wähler im Altkreis Öhringen beigetragen. Ausnahmen - wie die Große Kreisstadt selbst - bestätigen die Regel.
Bretzfeld: Im kleinen Teilort Siebeneich könnte die CDU glatt alleine regieren: Mit 50,4 Prozent der Zweitstimmen fuhr die CDU dort ein Traumergebnis ein. Die SPD schaffte es hier mit schlappen 9,7 Prozent nicht einmal zweistellig, die FDP (20,4 Prozent) war doppelt so stark. Auch in der Gesamtgemeinde holt die FDP (20,3 Prozent) mehr Stimmen als die SPD (18,7 Prozent). Die CDU liegt bei 34,1 Prozent.
Forchtenberg: Konservativ zu wählen ist in Forchtenberg nicht mehr „in“. Die CDU (33,8 Prozent) verliert 7,4 Prozentpunkte, in ihrem Abstieg wird sie nur noch von der SPD (19,1) mit minus 12,1 Prozentpunkten übertroffen. Die FDP fährt ein überragendes Ergebnis ein und zieht mit der SPD gleich. Die Sozialdemokraten behaupten sich wegen des hohen Arbeiteranteils allein in Ernsbach (25,4 Prozent). Auf dem Land sieht es schon wieder ganz anders aus. In Muthof (13,4) und Wohlmuthausen (11,3) kräht nach der SPD kein Hahn mehr. Dagegen schafft die CDU in Muthof mit 53,2 Prozent einen letzten Triumph.
Kupferzell: Die CDU (34,7 Prozent) wurde in Kupferzell kräftig gerupft, sie hat fast fünf Prozentpunkte verloren. Strahlender Wahlsieger ist auch hier die FDP mit einem Traumergebnis von 21,4 Prozent. Die SPD (16,5 Prozent) verliert brutal und verkommt in einigen Wahlbezirken zur Randerscheinung. In Feßbach erreichen die Sozialdemokraten nur 9,9 Prozent, in Mangoldsall (6,7) kommen sie gerade noch über die Fünf-Prozent-Hürde.
Neuenstein: Die Stadt ist und bleibt eine Hochburg der Liberalen. Der Geist des langjährigen FDP-Abgeordneten Ulrich Heinrich zeigt sich auch im Wahlergebnis 2009: Mit 22,6 Prozent überholt die FDP die SPD, die auf - immerhin - 19,6 Prozent kommt. In Großhirschbach gaben gar 34,1 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme den Liberalen. Hier holte die SPD nur 11,1 Prozent. Mit 30,9 Prozent der Stimmen für die CDU bleibt in Neuenstein für den CDU-Abgeordneten noch Überzeugungsarbeit zu leisten.
Öhringen: In der Großen Kreisstadt ist der politische Richtungswechsel nicht ganz so hart ausgefallen wie im gesamten Wahlkreis. CDU und SPD haben unterdurchschnittlich verloren, Grüne und Linke unterdurchschnittlich gewonnen. Am deutlichsten ist die Abweichung bei der FDP: Die Liberalen haben sich nur um 6,1 Prozentpunkte verbessert, im gesamten Wahlkreis sind es 11,6 Prozent. Folge: In Öhringen kann sich die SPD ganz knapp vor der FDP als zweitstärkste Kraft behaupten.
Pfedelbach: In der 9000-Einwohner-Gemeinde haben die beiden (vormals) großen Parteien CDU und SPD etwas mehr Federn lassen müssen. Die FDP ist deutlich an den Sozialdemokraten vorbeigezogen, obwohl die Liberalen unterdurchschnittlich um 8,9 Prozentpunkte zugelegt haben. Auffällig ist, dass die NPD gegenüber der letzten Wahl zugelegt und 2,5 Prozent der Stimmen erzielt hat.
Waldenburg: Die Bergstadt baut mit 16,1 Prozent Zweitstimmen (2005: 12,3 Prozent) ihre Bastion als Hochburg der Grünen weiter aus. Im Wahlbezirk Obersteinbach legen die Grünen sogar um 14,1 Prozent auf 30,4 Prozent zu und lassen SPD mit 18,6 Prozent, FDP mit 16,7 Prozent und CDU mit mageren 15,7 Prozent weit hinter sich. Während in Waldenburg beim Gesamtergebnis gegenüber 2005 vor allem die SPD mit minus 11,6 Prozent drastisch verloren hat, legt die FDP um satte 9,1 Prozent auf 20 Prozent zu.
Zweiflingen: Die kleinste Gemeinde im Kreis hat den Wechsel zu Schwarz-Gelb nicht ganz so energisch vollzogen wie viele andere Gemeinden im Wahlkreis. Die CDU hat hier stärker verloren als im Kreisdurchschnitt (minus 6,6 Prozentpunkte), die FDP weniger kräftig hinzugewonnen (um 9,8 Prozentpunkte). Die Verluste für die SPD (11,6) liegen exakt im Durchschnitt. Die Zugewinne für Grüne (5,4) sind höher, diejenigen für die Linke (2,5) niedriger als im Wahlkreis.
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